Aufsatz 
Ein Beitrag zur Förderung des Turnunterrichtes an der Großherzogl. Realschule, den Stadtschulen und Privatschulen zu Alzey
Entstehung
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Ein Beitrag zur Förderung des Curnunterrichtes an der Großh. Realſchule, den Stadtſchulen und Privatſchulen zu Alzey. Von Reallehrer Pabſt.

Motto:

Denn allein aus dem Gleichgewicht der irdiſchen und himmliſchen Kräfte geht der rechte, volle und fertige Menſch hervor, weeicher, gleich gerüſtet mit Leib uno Seele, . 2. die Erde unten tüchtig und tapfer hält und verwaltet und doch nimmer ſeinen Himmel

droben verliert. E. M. Arndt.

Ueberall in unſerem deutſchen Vaterlande hat das Turnen wieder größere Ausdehnung gewonnen, überall wird es mit Eifer betrieben, da man die Vortheile deſſelben ſehr wohl kennen gelernt hat und zu ſchätzen weiß, und auch in unſerem engeren Vaterlande Heſſen iſt es wenigſtens an den höheren Schulen immer mehr zur Geltung gekommen, wenn auch leider in den Volksſchulen, trotz der Bemüh⸗ ungen unſerer Regierung, noch nicht ſehr viel dafür gethan wird. Es iſt wohl kaum eine höhere Lehr⸗ anſtalt mehr in unſerem Lande, an der nicht durch Errichtung von Turnhallen dafür geſorgt iſt, daß im Sommer und Winter der Turnunterricht betrieben werden kann. In den größeren Städten iſt auch in der Volksſchule dafür geſorgt, ja auch einzelne kleinere Gemeinden, wie die kleine Kreisſtadt Groß⸗ Gerau, haben Einrichtungen getroffen, daß der Turnunterricht in der Volksſchule ohne Unterbrechung durch ſchlechte Jahreszeit und ungünſtige Witterung abgehalten werden kann. Nur hier in Alzey ſind wir noch nicht ſo glücklich, eine Turnhalle zu beſitzen, um ununterbrochen Turnunterricht ertheilen zu können, und dies iſt gewiß bei den anerkannten Vortheilen, die das Turnen gewährt, ein großer Uebel⸗ ſtand. Dieſem, wenn möglich, abzuhelfen, iſt der Zweck der nachfolgenden Zeilen, zu denen ich beſonders auch durch die vorjährige Turnlehrerverſammlung in Darmſtadt angetrieben worden bin, der beizuwohnen ich ſelbſt Gelegenheit hatte, und deren Verhandlungen ich in Nachſtehendem vielfach benutzt habe. Mein Wunſch iſt es, daß einestheils die Jugend ſelbſt immer mehr Luſt am Turnen gewinnen, anderntheils aber auch die Eltern und Freunde unſrer Jugend einſehen möchten, wie wichtig dieſer Unterricht, wenn er richtig geleitet wird, für die Jugend iſt, und ihn nicht für eine unbedeutende Spielerei hulien daß ſie ſich dann aber auch beſtreben möchten, den Turnunterricht auf die Höhe zu bringen, auf der er ſtehen ſollte, und daß ſie deßhalb gern bereit ſein möchten, das, was uns hier noch fehlt, hervorrufen zu helfen, damit die Ideen unſeres allverehrten Spießß, des Begründers des Schulturnens, unter deſſen Leitung mir ſelbſt noch als Schüler zu turnen vergönnt war, immer mehr und mehr auch hier in Alzey und deſſen Umgebung zur practiſchen Verwerthung gelangen.

Sehen wir zurück auf die Entſtehung des Turnens, ſo finden wir, daß ſchon die alten Hellenen und Römer daſſelbe mit großem Eifer betrieben haben, da ſie die Vortheile wohl erkannten, welche ein gut und tüchtig ausgebildeter Körper nicht nur für den einzelnen Menſchen, ſondern mittelbar auch für den