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Krankheiten werden, wie bemerkt, durch eigene dem Menschen feindliche Geister erzeugt, die zeitweiligen Aufenthalt in einem menschlichen Körper nehmen; sei es, um ihn bloß zu peinigen, sei es, um ihn gänzlicher Auflösung entgegenzuführen. Eine nach dem Volksglauben der Südslawen besondere Gattung böser Geister bilden die durch bösen Blick und hauptsächlich durch unglückselige Rede einem auf den Hals geschickten Quäl- und Martergeister.... Diese Geister hausen in Wild- nissen, auf Orten, die man zu begehen sich scheut, allwo sie ihr Unwesen treiben können. Sie sind ohne Vater und Mutter entstanden, ein tückischer Wind bringt sie herbei und ein günstiger Wind treibt sie wieder fort. Sie können im Wasser, im Gras, in Bäumen, im Gestein, ja selbst im Feuer hausen. Es erscheinen die Beschreiungsgeister gleichsam als ein böses, heimatloses Geisterlandstreichervölkchen, welches zu schlimmen Streichen stets aufgelegt ist, nicht viel Mut besitzt und sich durch kräftige Bannsprüche und Drohungen leicht einschüch- tern läßt.“
Vielleicht kein anderer Rest des Aberglaubens sitzt noch heute so fest in Deutschland, wie gerade die Furcht vor dem Beschreien oder Berufen. Selbst Leute, die man sonst als klare, freie Geister kennt, kann man ein schützendes„Unberufen“ in die Rede einflechten hören, wenn sie sich ihres Wohlseins oder Glücks gerühmt haben.
Auch an den bösen Blick darf hier gedacht werden, d. h. an die magische Kraft gewisser Leute, durch ihren Blick allein den Menschen Leiden und Siechtum zu bringen. Der Glaube an den bösen Blick hat weltweite Verbreitung. Wohlmeinende, gute Leute können von Geburt an diese Gabe besitzen, aber es haben sie meist böse Menschen. Wer den bösen Blick zu erlangen wünscht, dem zeigt der Aberglaube die Mittel dazu.
Uber den deutschen Glauben an den bösen Blick sagt Wuttke, Abschnitt 220:„Der böse Blick, in Bayern«verneideny, in Baden«veruntreueny, in Oldenburg entsehen» oder«schierenp, in Mecklenburg«verschiereny, in Böhmen cübersehen», in Niedersachsen«verscheinen», in Kärnten«vermeinen», schon im alten Indien und im klassischen Altertum vorkommenqd, ist nicht etwa immer der Ausdruck eines starken, seines Zwecks sich
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