Aufsatz 
Die Goldwespen : mit Bestimmungstabellen der nassauischen und kurzer Beschreibung der übrigen deutschen Arten / Adolph Schenck
Entstehung
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2 Sectionen zuſammenfaſſen: Wehrſtachelige(Aculeata) und Legeſtachelige(Terebrantia). Bei jenen haben die Weibchen und die Arbeiter der geſellig lebenden einen zur Vertheidigung dienenden, der Wunde eine Säure einfloͤßenden Stachel(aculeus, Wehrſtach el), ſeltener ſtatt deſſen eine jene Säure ausſpritzende Drüſe, z. B. viele Ameiſen; bei dieſen ein analoges, aber nur zum Cierlegen dienendes Organ(Legeſtachel, terebra). Zu den Aculeaten gehören die 4 erſten, zu den Terebrantien die 5 letzten Familien, mithin auch die Goldwespen. Sie ſtehen aber den Aculeaten näher, als die übrigen; denn aus dem Ende ihres röhren⸗ förmigen Lege⸗Organs ragt ein kurzer Stachel hervor, womit ſie verwunden können, und wie die Aculeaten iſt ihr Schenkelring nur eingliederig, während derſelbe bei den übrigen Terebrantien aus zwei Gliedern beſteht. Sie ſind als die Uebergangsgruppe der beiden Sectionen zu betrachten, werden auch oft mit den Aculeaten zu einer Abtheilung, Mono- trocha ¹)(Hymenopteren mit eingliederigem Schenkelring), zuſammengefaßt, während die 4 letzten Familien eine zweite Abtheilung, Ditrocha ²)(Hymenopteren mit zweigliederigem Schenkelring) bilden.

§. 2. Unterſcheidungsmerkmale. Die weſentlichen Merkmale, durch welche ſich die Goldwespen von den übrigen Familien der Hymenopteren unterſcheiden, beruhen hauptſächlich auf der Zahl ihrer Flügelzellen und dem Baue ihres Legeſtachels. 1) Ihre Vorderflügel haben ein Randmal(Stigma ¹), eine hornige ſchwielige Stelle am Vorderrande und zwei bis ſechs geſchloſſene Zellen, nämlich an der Baſis des Flügels höchſtens drei(außer der ſehr ſchmalen Randzelle am Vorderrande), eine meiſt nicht geſchloſſene Nadialzelle (am Vorderrande neben dem Stigma), eine höchſt ſelten geſchloſſene Cubitalzelle(unter der letzteren), eine Discoidalzelle(unter der letzten), welche aber auch fehlen kann, wenn die ſie begrenzenden Adern wegen gänzlicher Farbloſigkeit nicht wahrnehmbar ſind. Die Zellen an der Flügelbaſis heißen Baſalzellen(Randzelle, Medialzelle, nach außen begrenzt von der Medialquerader, Suhmedialzelle, Analzelle). Die Submedialzelle iſt meiſt in 2 Theile getheilt durch eine Querader; aber ihr zweiter kleinerer Theil kann auch fehlen wegen Farbloſigkeit und Unkenntlichkeit ſeiner Adern. Die Hinterflügel haben gar keine geſchloſſene Zellen und höchſtens drei Längsadern; oft erſcheinen ſie aber aderlos, wenn jene Adern farblos ſind, in welchem Falle ſich an ihrer Baſis in der Regel der Anfang einer deutlichen Ader findet. 2) Der Legeapparat beſteht aus einer fernrohrartig geglie⸗ derten Röhre, welche ſie vorſtrecken und in den Hinterleib zurückziehen können. Beim Zurückziehen ſchieben ſich die Glieder dieſer Rohre gleich den Gliedern eines Fernrohrs in einander. Der Glieder ſind vier und an der Baſis noch ein kurzes breiteres hornartiges Grundglied. Die Röhre hat oft die Länge des ganzen Hinterleibs oder iſt noch länger. Aus dem Ende ragt ein kurzer ſpitzer Stachel zwiſchen zwei zuſammengedrückten Klappen hervor. Derſelbe iſt aber eigentlich nur das Ende des in der Röhre eingeſchloſſenen eigentlichen Lege⸗ ſtachels, welcher, ganz anälog, dem Wehrſtachel der Aculeaten, aus einer hornartigen, unten rinnenförmigen Scheide und 2 in der Rinne liegenden Borſten beſteht. Fängt man eine weibliche Chryſide, ſo ſtreckt ſie den Legeſtachel vor, fährt damit herum und ſucht zu ſtechen, was ihr aber nur ſelten gelingen möchte. 3) Zu dieſen zwei Merkmalen kommen noch die bei beiden Geſchlechtern dreizehngliedrigen Fühler, und 4) die eigenthümliche Beſchaffenheit des Finterleib. Derſelbe iſt alf der unteren Seite dch: die Thiere

1) rο2⁸ε, Rad, keeieſtruige Scheibe; 2os, allein, nzig 2) 3 zweifach 3) Lerne Stich, Fleck.