Aufsatz 
Naturgeschichte der Ameisen und Anleitung zur Bestimmung der nassauischen Arten : 1. Theil / Schenck
Entstehung
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Häkchen verbunden; die Flügel bei vielen ganz fehlend*¹]; 2) zwei hornartige, zum Kauen dienende Oberkiefer, zwei dunne, zum Kauen untaugliche Unterkiefer; 3) die drei Abſchnitte des Vorderleibs(Thorax) feſt untereinander verwachſen; 4) Kopf und Thorax von einer harten, hornartigen, dem Druck des Fingers nicht nachgebenden Haut bedeckt; 5) die W. entweder mit einem vorſtreckbaren Giftſtachel(bei manchen ſtatt deſſen mit einer Drüſe, welche eine aus⸗ ſpritzbare Säure enthält) oder einem im Hinterleibe verborgenen, vorſtreckbaren oder immer vorragenden Legeſtachel; 6) eine vollſtändige Verwandlung d. h. Larven, welche von dem voll⸗ kommenen Inſekte in der Geſtalt ganz verſchieden, meiſt wurmförmig ſind, und Puppen, welche ſich in einem ruhenden Zuſtande befinden und keine Nahrung zu ſich nehmen*]. Die Ordnung der Hautflügler beſteht aus folgenden Familien: A. Ein eingliederiger Schenkelring; Fühler(der einheimiſchen) mit 10 bis 13 Gliedern(bei ausländiſchen auch mit weniger).(Monotrocha) ³] a. Hinterleib mit 67 Segmenten; Hinterflügel mit deutlichen Adern; die W(und A.) mit vorſtreckbarem Giftſtachel oder einer Giftdrüſe im Hinterleibe(Aculeata)*1. aa. Glied 1 der Hintertarſen flach gedrückt und erweitert; alle Geſchlechter(bei den einheimiſchen) geflügelt; W.(und A.) mit einem Giftſtachel(bei den einhei⸗ miſchen) 5]. I. Fam. Bienen(Apiaria). bb. Glied 1 der Hintertarſen weder flach gedrückt, noch erweitert.

. Segment 1 oder 1 und 2 des Hinterleibs von den übrigen abgeſetzt und zu einem Stielchen verdünnt, und dieſes Stielchen mit einer meiſt ſtehenden, ſelten liegenden Platte(Schuppe) oder 2(bei ausländiſchen auch 1) Knoten verſehen; geſellige Lebensweiſe; neben ungeflügelten A. zu gewiſſen Zeiten geflügelte W. und M.; ein Giftſtachel oder eine Giftdrüſe im Hinterleibe.

. II. Fam. Ameiſen(Formicaria).

6. Baſis des Hinterleibs entweder nicht zu einem Stielchen verdünnt, oder wo dieſes der Fall iſt auf dem Stielchen weder Schuppe, noch Knoten; W. (und A.) mit einem Giftſtachel.

d. Flügel in der Ruhe der Länge nach zuſammengefaltet; die W. immer

geflügelt. III. Fam. Faltenwespen(eigentliche Wespen, Vesparia).

89. Flügel in der Ruhe nicht längsgefaltet; die W. mehrerer Gattungen ungeflügelt. IV. Fam. Grabwespen(Fossoria) 4.

b. Hinterleib mit 35 Segmenten, unten ausgehöhlt; Hinterflügel ohne deutliche Adern,

¹) In allen Inſekten⸗Ordnungen gibt es ungeflügelte Arten und ſelbſt Gattungen; entweder find nur die W., ſelten nur die M., oder beide Geſchlechter ungeflügelt. Man hat daher in der neueren Zeit die Ordnung Aptera, Ungeflügelte, unter die übrigen Ordnungen nach den Freßwerkzeugen und der übrigen Organiſation, ſowie nach der Verwandlung vertheilt. 2] Bei der unvollſtändigen Verwandlung gleicht die Larve mehr oder weniger dem vollkommenen Inſekt, iſt aber ungeflügelt; die Puppe hat ſtatt der Flügel kleine hornartige Läppchen(Flügelſcheiden); ſie bewegt ſich fort und nimmt Nahrung zu ſich. So zerfallen die Inſekten in 2 Gruppen: Holometabola, Inſekten mit vollſtändiger Verwandlung(ö40, ganz,erad446, verwandeln), und Hemimetabola(h/hue, halb, in Zuſammenſetzungen), Inſekten mit unvollſtändiger Verwandlung. 3]0, allein, einzeln, einzig, 190½⁶, Scheibe. Die naſſauiſchen Hymenoptera monotrocha habe ich in denJahrbüchern des Vereins für Naturkunde im Herzogth. Naſſau beſchrieben, Heft VIII, X, XI, XII, XIV, XVI. 4] aculeus, Stachel. 5] Die Meliponen, geſellige Bienen des ſüdlichen Amerika's, der oſtindiſchen Inſeln und Aunſtraliens, haben keinen Stachel. 6] Fodere, graben, weil ſie für jedes Ei eine Zelle und dieſe oft in der Erde anlegen, und dieſelbe mit weichen Inſekten, Larven oder Spinnen als Futter für ihre Larve anfüllen.