Aufsatz 
Höhere Bürgerschule zu Grünberg in Hessen. Festschrift zur Einweihung des neuen Schulgebäudes am 23., 24. und 25. September 1911 / zusammengestellt von Angelberger
Entstehung
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1904 bezogen werden konnte. Das folgende Jahr 1905 brachte die Beſtreitung der geſetzlichen Dienſtzulagen für die definitiv an⸗ geſtellten ſeminariſtiſch gebildeten Lehrer und Lehrerinnen.

Zur Wahrung der Intereſſen der Anſtalt ſieht das Geſetz ein Kuratorium vor, dem der jeweilige Bürgermeiſter und der Rektor angehören und in das am 22. Juli 1901 noch hinzuge⸗ wählt wurden die Herren Kaufmann H. A Chriſt, Ranft, Schott und E. Sehrt.

Einen ſchweren Verluſt erlitt die Anſtalt, als ihr während der Weihnachtsferien am 27. Dezember 1902 infolge eines Schlaganfalles der gerade in Berlin weilende Rektor Dr. Buſch entriſſen wurde, ein zielbewußter, pflichtgetreuer Leiter. Nahezu drei Jahre lang ſtand nun Rektor Dr. Bernius der Schule er folgreich vor. Die wachſende Schülerzahl ließ die Trennung einiger kombinierter Unterrichtsſtunden wünſchenswert er⸗ ſcheinen, und mit Genehmigung Großh. Miniſteriums vom 10. März 1904 wurde Pfarrer Schmidt der franzöſiſche Unter⸗ richt in Quarta vom Schuljahr 1904 an übertragen. Auch die Räumlichkeiten mußten notgedrungen eine Erweiterung er⸗ fahren; ſo beſchloß denn der Gemeinderat am 6. Februar 1904 den Anbau am ſeitherigen Schulhauſe, der bereits im Herbſt 1904 bezogen werden konnte.

Das folgende Jahr 1905 brachte im Lehrkörper mannig⸗ fache Veränderungen, zunächſt am 4. Februar die Beurlaubung des Lehrers Hamburger, zu deſſen Vertreter Schulverwalter Kohlbach beſtimmt wurde. Zu Beginn des Winterhalbjahres ſchied Lehrer Wagner aus dem Lehrkörper aus, ebenſo wurde Rektor Bernius die aus Geſundheitsrückſichten erbetene Ver ſetzung gewährt; an die Stelle der beiden traten Schulver⸗ walterin Schrader von der Gemeindeſchule zu Neu⸗Iſenburg und Lehramtsaſſeſſor Angelberger, der am 30. September ſeine Einjährigen⸗Dienſtzeit beendet hatte.

Schwierigkeiten in der Einhaltung des Lehrplanes ließen Oſtern 1906 die an unſerer Anſtalt fehlende Sexta entſtehen, in die die Kinder nunmehr gerade wie an den übrigen höheren Lehranſtalten nach dem dritten Schuljahr eintreten. Die neuen Unterrichtsſtunden wurden durch Erteilung der Höchſtſtunden⸗ zahl und überſtunden der ordentlichen Lehrer ſowie durch An⸗ nahme einer weiteren Hilfskraft untergebracht.

Gleichzeitig wurde mit dem Beginn des Schuljahres 1906 ſog. Vormittagsunterricht eingeführt, eine Einrichtung, die ſich im Hinblick auf die zahlreichen auswärtigen Schüler für die An⸗ ſtalt als recht ſegensreich erwies und die ſicherlich wegen Ver⸗ minderung der Unkoſten nicht unweſentlich dazu beitrug, daß gerade die Zahl unſerer Auswärtigen in den letzten Jahren immer mehr wuchs. Mit Ausnahme von einem Tag(in der Unter⸗Sekunda und bei Lateinern von zwei Tagen) genießen die

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