Aufsatz 
Materialien für den lateinischen Unterricht
Entstehung
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schen Behörden, eine seit einigen Jahren unter den Lehrern bestehende Ungleichheit beseitigten, indem sie auch zwei wissenschaftlichen Lehrern vom 1. April 1885 ab eine persönliche Zulage, als Ersatz der Wohnungsgeldzulage, bewilligten.

Infolge dieses Beschlusses vom 5. November v. J. ist nunmehr unsere Austalt auch in dieser Beziehung den königlichen und den meisten stäSdtischen höheren Unterrichts- anstalten, insbesondere den Reallehranstalten in Cassel, Hanau. Fulda, Eschwege und Biedenkopf gleichgestellt. Für diese Munificenz der früheren und gegenwärtigen wohl⸗ löblichen städtischen Behörden sei hier bestens gedankt.

Unterbrechungen des regelmässigen Unterrichtsganges kamen nur wenige vor. Der Gesundheitszustand des Lehrerkollegiums war ein erfreulicher zu nennen, indem nur einer der Lehrer einige Wochen an der Erteilung des Unterrichts durch Krankheit verhindert war. Auch fanden keine Störungen durch längere Beurlaubungen und dienstliche Ab⸗ wesenheit von Lehrern statt. Ein Ausfall der Stunden wurde durch Vicarieren verhindert.

Der Gesundheitszustand der Schüler war in den drei ersten Quartalen des Schuljahres im allgemeinen zufriedenstellend; dagegen wurde im letzten Quartal durch die hier herr-- schende Maserepidemie eine grössere Anzahl Schüler vorzugsweise der untersten Klassen am Besuche der Unterrichtsstunden auf einige Wochen verhindert; doch haben wir Gott Lob! keinen Todesfall unter unseren Schülern zu beklagen. Die von den behandelnden Herren Aerzten, denen die häuslichen Verhältnisse erkrankter Schüler in betreff der sichernden Abschliessung am besten bekannt sind, bezüglich des Schulbesuchs der kranken Schüler und deren Geschwister getroffenen Verhaltungsmassregeln wurden genau eingehalten.

Am Mittewoch vor dem Himmelfahrtsfest wurde zu Dietz an der Lahn die Versamm- lang der Lehrer an den höheren Unterrichtsanstalten in Hessen-Nassau und Waldeck ab- gehalten. An derselben beteiligten sich mehrere Lehrer unserer Anstalt, weshalb der Unterricht an dem genannten halben Schultage ausfiel.

Der übliche Spaziergang bezw. die Turnfahrt, fand au 17. Juni statt, und zwar in drei Abteilungen. Die Schüler der oberen Klassen reisten unter Leitung der Herren Hölzerkopf und Böhmel nach Frankfurt, um diese Stadt und die damals dort an⸗ wesenden Singhalesen zu sehen. Die zweite Abteilung, unter Führung der Herren Schürmann und Haase, ging mit Benutzung der Eisenbahn nach dem Christenberg und die dritte Abteilung, von den Herren Dr. Schäfer, Pfarrer Schindewolf und dem Unterzeichneten geleitet, nach Rauschenberg und Kirchhain; von da fuhr man mit Benutzung der Eisenbahn zurück, bei welcher bekanntlich seit einigen Jahren eine ausserordentliche Ermässigung des Fahrgeldes für dergleichen Ausflüge von Schülern gewährt wird.

Wegen hoher Temperatur musste der Nachmittagsunterricht am 5. Juni und am 12. August ausfallen.

Da im Monat December keine Gelegenheit gegeben war, dass die Scüler sich auf dem Eise belustigen konnten, so wurde denselben bei dem schönen Wetter des 11. De- cember der Nachmittag freigegeben. Der Januar brachte dann aber das von der Jugend langersehnte Eis, welches nun auch in diesem Jahre recht benutzt wurde, indem nicht nur die Turnstunden zum Schlittschuhlaufen unter Aufsicht des Herrn Turnlehrers Schnei- dnr verwandt wurden, sondern auch der Nachmittag des 22. Januar freigegeben wurde.

Ausserordentliche, nicht jedes Jahr in ähnlicher Weise wiederkehrende Ereignisse durch welche eine Störung des Unterrichts bewirkt worden wäre, sind aus dem letzten verflossenen Jahre nicht zu verzeichnen.