Kirchenlieder, Psalmen und der fünf Hauptstücke. d) Die Hauptepochen der Kirchenge- schichte bis einschliesslich Luther, sowie das Hauptsächlichste aus dem Leben der be⸗ deutendsten Kirchenliederdichter.— 2 Stunden wöchentlich. Herr Schindewolf.
Einen integrirenden Teil des Religionsunterrichts bildet auch die jeden Sonnabend um 12 Uhr als Wochenschluss des Unterrichts mit allen evangelischen Schülern abge⸗ haltene Andacht(Hora), in welcher die Pericopen gelesen, kurz erklärt und einer christ- lichen Andacht zu Grunde gelegt werden; hierdur ch wird' zugleich auf den Fortgang des Kirchenjahres stets hingewiesen.
Für den Religionsunterricht der wenigen katholischen und israelitischen Schüler wird seitens der hiesigen resp. Religionsgemeinden gesorgt.
Deutsch:
a) Lesen und Erklären prosaischer und poetischer Abschnitte in dem Lesebuch von Paulsiek für Secunda. Unter des Lehrers Anleitung wurden bisher an einem Abend wöchentlich die interessantesten Werke unserer Klassiker gelesen. In dem letzten Jahre wurde auf diese Weise mit den Schülern durchgenommen: Göthes Hermann und Dorothea, Götz von Berlichingen, Lessings Minna von Barnhelm. Um den Schülern auch eine Be⸗ kanntschaft mit den alten griechischen Klassikern zu vermitteln, wurden in passenden Stunden in dem letzten Jahre gelesen: Die olynthischen Reden von Demosthenes; Pro⸗ tagoras oder die Sophisteneinkehr von Aischylos. b) Memorieren und Vortragen von ca. 16 ausgewählten Gedichten, von Bruchstücken aus den gelesenen Dramen, sowie Repetition früher gelernter Gedichte. Wiederholung und Erweiterung der Metrik und Ppetib. Biogra⸗ phische Skizzen der bedeutendsten deutschen Klassiker wur den an geeigneten Stellen gegeben. c) Grammalilk: Verkürzung der Sätze, die Parenthese, Periodenbau. Belehrung über Syno⸗ nimische Unterschiede und Wortbildung; Wortfamilien. Uebersicht der Wortformen⸗ und Satzlehre. d) Stiliibangen: Inhaltsangaben grösserer Abschnitte aus der Lektüre, ebenso im Anschluss an die Lektüre Charakterschilderungen, Sprichwörter, Themata geschichtlichen und naturhistorischen Inhalts, sowie leichtere Abhandlungen. Alle 3 Wochen einen uf- sate zur häuslichen Correctur. Im Schuljahre 1884/85 sind folgende Themata bearbeitet, worden: Sommersemester: Menschen und Uhren; die Segnungen des Waldes; Ver⸗ gleichung der beiden Gedichte:„Der Taucher“ und„der Handschuh“ von Schiller; Geniesse mit Weisheit die Freuden der Jugend; keine Rose ohne Dornen(Klassenarbeit); Vergleichung der beiden Gedichte:„Die Kraniche des Ibykus“ von Schiller und„die Sonne br ingt es an den Tag“ von Chamisso.— Wintersemester: Warum mir der Herbst gefällt; die Segnungen des Ackerbaues; Hannibal und Napoleon I; jung gewohnt, alt gethan; Ver gleichung zwischen den beiden Gedichten:„Der reichste Fürst- von Kerner und„Graf Eberhard im Barte“ von Zimmermann; Charakteristik des Placidus nach Herders Gedicht:„Die wiedergefundenen Söhne“;„V on der Stirne heiss rinnen muss der Schweiss etc.“(Chrie.)(Klassenarbeit.)— Was eine echte Nessel werden will, brennt bei Zeiten.(Das Thema zum deutschen Aufsatze in der Abiturienten-Prúfung war: Frühling und Jugend) 3 Stunden wöchentl., Lesebuch für Secunda von Paulsiek. Herr Leimbach.
Lateinisch:
a) Grammatit: Wiederholung und Erweiterung der Lehre der Syntax; Die Lehre von den Eragesätzen, vom Gebrauch des Conjunctivs nach Conjunctionen ut, ne, quo, quin, quominus, utinam, quasi, dummodo, nedum, quamvis, dum, donec, quod, antequam, priusquam und quum, kund in Relativsätzen, dês Infinitiys, der Participien, nach der Sprachlehre von Schultz§ 249— 284. Im Anschluss hieran' schriftliche und mündliche
3*


