Aufsatz 
Sprachgeschichte in der höheren Mädchenschule
Entstehung
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G. Chronik der Anſtalt.

1. Das verfloſſene Schuljahr nahm ſeinen gewohnten Verlauf. Der Geſundheitszuſtand des Collegiums war gut, derjenige der Schülerinnen weniger, indem beſonders in den unteren Klaſſen während der Wintermonate vielfach Störungen des Unterrichis infolge von Erkältungs⸗ eh vorkommen.

. Mit Genehmigung hoher Behörden trat Frl. Honig aus Worns als Volontairin bei uns ein.

3. Auch in dieſem Jahre benutzten die Damen die Ferien zu Studienreiſen. So brachte Frl. Raeder dieſelben in Genf, Frl. Bertha Schulz in Amiens, Frl. Wenck in Lauſanne zu. Frl. Thomae nahm an einem vom 9. bis 21. Auguſt zu Bonn ſtattfindenden Fortbilbüngsrurius für Lefteninen theil.

.Am Schluſſe des letzten Schuljahres nach Fertigſtellung unſers Jahresberichts beſuchte een Geiſtl. Rath Fehr die verſchiedenen Abteilungen unſeres katholiſchen Religions⸗ unterrichts und ſprach ſich über denſelben in anerkennender Weiſe aus.

5. Mit dem Beginn des Schuljahrs wurde behufs Aufhebung der Combination ver⸗ ſchiedener Klaſſen beſonders im Turn⸗ und Geſangsunterricht eine neue Lehrerſtelle geſchaffen und mit Herrn Pfaff aus Nidda proviſoriſch beſetzt.

6. Mit Genehmigung hoher Behörden wurde die Ferienordnung der höheren Lehranſtalten unſerer Stadt geändert, nachdem ſich ergeben, daß die überwiegende Mehrheit der Eltern an unſerer Anſtalt 271 gegen 14 eine Änderung für wünſchenswerth hielt. Die Ferien ver⸗ teilen ſich fortab in folgender Weiſe:

1) Oſterferien 2 ½ Wochen und zwar 1 ½ Wochen vor dem Feſt und 1 Woche nach

demſelben;

2) Pfingſtferien ½ Woche;

3) Sommerferien 4 Wochen vom erſten Sonntag im Juli an;

4) Herbſtſerien 2 Wochen von dem dem 29. September vorhergehenden Sonntag an;

5) Weihnachtsferien 2 Wochen.

7. Eine weitere Änderung brachte uns dies Schuljahr durch den Wegfall des Nach⸗ mittagsunterrichts in den Sommermonaten Juni, Auguſt und September. Auch dieſe Änderung ſchien bei dem für Viele recht weiten Schulweg, der etwas eingeengten und deshalb heißen Lage des Schulhauſes und des ſo zur Notwendigkeit gewordenen häufigeren Ausfalls des regelmäßigen Nachmittagsunterrichts wünſchenswert. Da wir bereits Montags Nachmittag keinen Unterricht hatten, ließen ſich die 6 Stunden Nachmittagsunterricht durch früheren Beginn des Vormittags⸗ unterrichts leicht unterbringen, zumal uns die geringe Zahl mit der Bahn kommender, aus⸗ anireige Schülerinnen daran nicht behinderte.

Herr Baron v. Heyl hatte die Güte, uns auch den 2. Band derGeſchichte der reneme Städtekultur zu ſchenken.

9. Die Geburtstage Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin, ſowie Seiner Majeſtät des Kaiſers wurden in gewohnter Weiſe feierlich begangen.