Aufsatz 
Zur Naturgeschichte der Umgegend von Wiesbaden / von Sandberger
Entstehung
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am Taunusgebirge. Ob die Berührungsstellen von Quarzgängen und Sericitschiefer die wahre Ursprungsstätte der heissen Quellen bilden, ist noch genauer zu erforschen.

Die lauwarmen Quellen scheinen ohne Unterschied aus dem Tertiärsandsteine zu stammen.

Die Süsswasserbrunnen, welche nicht aus weiteren Leitungen(s. vorher) gespeist und durch Pumpen zu Tag gefördert werden, kommen wohl fast ohne Unterschied aus der Diluvialgerölleschicht, welche, wie überall, so auch bei uns einen guten Wasserbe- hälter darstellt(einem Waschschwamme vergleichbar Gust. Bischof.)

Nachträgliche Bemerkungen über zwei Mineralwasser des Taunus.

1. Schlangenbader Quelle kommt bekanntlich aus Quarzit. Temperatur fast 230 R. (10. Oct. 58.) Temperatur der Luft war gleichzeitig+ 180.

2. Salzborn im Eltviller Gemeindewalde(vgl. C. E. Stifft S. 406) kommt aus dem Sericitgestein, das von Quarzit überlagert wird. Violette Schiefer nahe dabei. Bei einer Lufttemp.=+ 3 /20 R,(5. Febr. 59.) war die Temperatur der Quelle=+ 120 R. Apium graveolens, frisch grün, sehr gemein im Abzugsgraben, Salzpflanze des Mee-

resstrandes und der salzhaltigen Quellen. Wildes Wasser wirkte übrigens schwächend ein.

III. Phanerogamische Gewächse.

Die Beschaffenheit des Klima's einer Gegend wird am Augenfälligsten durch die daselbst einheimischen und die als Nutz- und Ziergewächse angepflanzten und von Jahr zu Jahr mit erhöhtem Erfolge gebauten Pflanzen in das richtige Licht gestellt. Weder die sorgsamste Beobachtung der Lufttemperatur, noch die genaueste astronomische Fest- setzung der geographischen Lage können einen so deutlichen Beweis, eine so zuversicht- liche Aufklärung über das Klima geben, wie die Pflanzenwelt einer Gegend, die eigen- thümliche oder Lokalflora mit Hinzuziehung der Kulturgewächse, von deren Gedeihen und gutem Fortkommen klare und langjährige Beweise vorliegen.

Eigenthümliche Gestaltung und Wendung der Gebirgsrücken sowie die mineralische Mischung des Bodens in Verbindung mit Klima und geographischer Lage unserer Gegend haben sich in der Entwicklung der Flora so deutlich ausgesprochen, dass eine Liste der wichtigeren Gewächse mehr Bedeutung haben dürfte, als allgemeine Betrachtungen.

Ehe ich übrigens eine solche Liste der Phancrogamen mittheile, sage ich nur noch einige Worte über Kulturgewächse, welche nicht in allen Theilen Deutschlands fortkom- men, bei uns aber neben den allgemeinverbreiteten unter freiem Himmel treftlich gedeihen und als Zierden und Luxusgegenstände oder als Industrie- und Handelsartikel gebaut sind.

Der Weinbau des Nassauischen Rheingaus ist uralt und weltbekannt. Der Neroberg bringt bei sorgfältiger Kultur einen äusserst geschätzten, trefflichen Wein, welcher den edelsten Sorten beigezählt wird. Kastanien werden in beträchtlicher Menge in Wiesba- dens nächster Umgebung gezogen. Der Tabaksbau ist noch nicht sehr ausgedehnt, doch für die Unternehmer auch in unserer Gegend schon lohnend. Tulpenbäume, Bignonien (Catalpen) und Magnolien überwintern, die letzteren bei geringer Beschützung im streng-

sten Winter im Freien. Orangen bringen eine grosse Zahl Monate im Freien zu und 2*