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wir Allen wünschen möchten, der ebensosehr mit dem grössten Eifer alles Wissens- würdige erfasst und absichtslos, von innen heraus, nur um der Sache willen betreibt, als in kindlicher Ehrfurcht sich stets vor dem geahnten Umfang der ganzen Wissen- schaft und den sie in grösserem Masse Besitzenden und Gereifteren demüthigt. Diesem Sinn blieb seine edle und feine Natur unwandelbar getreu, und so hätte er vermuthlich, wie er auf dem Gymnasium jedesmal einen Preis davontrug, auch im Wettkampfe des Lebens manchen schönen Preis errungen. Er starb in Offenbach am 20. April in den Armen seiner trauernden Eltern.
Die Lehrer des Gymnasiums erfreuten sich im Ganzen, Gott sei Dank, eines un- gestörten Wohlbefindens, nur dass die Herren Gands und Zinndorf mehrmals leidend waren und die Kränklichkeit des Herrn Dr. Steitz leider öfter Unterbrechungen des Unterrichts veranlasste. Zur Ausfüllung dieser Lücken leistete der frühere Schüler des Gymnasiums, Herr Cand. theol. Georg Hilliger, bereitwillige und erwünschte Hülfe.
Der Bestand des Collegiums ist unverändert derselbe geblieben, mit der Ausnahme, dass im Herbste an die Stelle des Herrn Kaplan Knapp, welchem die Schule für seine zweijährige gewissenhafte Amtsführung zu bestem Danke verbunden ist, Herr Kaplan Brüchmann als katholischer Religionslehrer eintrat. Dieser berichtet über seine Lebens- umstände, wie folgt:
Franz Joseph Brückmann, geb. den 30. April 1834 zu Hadamar, Regierungsbezirk Wiesbaden, erhielt seine Gymnasialbildung auf dem herzogl. nassauischen Gymnasium seiner Vaterstadt und absolvirte dasselbe im Jahre 1854. Von 1854—58 studirte er Philosophie und Theologie im bischöflichen Seminar zu Mainz und auf der Hochschule zu München, machte seinen praktischen Vorbereitungscursus im bischöfl. Seminar zu Limburg, woselbst er am 12. August 1854 die Weihe empfing. In der praktischen Seelsorge erst in Niederlahnstein, dann in Flörsheim a. M. thätig, ward er im August 1861 nach Frankfurt versetzt, woselbst er 2 Jahre als Kaplan an der Liebfrauenkirche und 4 Jahre an der Dombirche fungirte. Religionslehrer am Gymnasium ist er seit
9. October 1867.
Am 15. Mai 1867 wurden sämmtliche Lehrer des Gymnasiums von dem Director des Hochw. Ev. Luth. Consistoriums, Herrn Bürgermeister Dr. Müller, auf dem Römer versammelt und schwuren daselbst Sr. Majestät dem König den Eid der Treue.


