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Blitzesſchnelle durchzog er das Land; die Roͤmer mußten Afrika verlaſſen, und alle roͤmiſch-griechiſche Sitte, die ſich vorfand, ward ausgerottet; die Berbern oder Mauren, die eigentlichen Bewohner, unter der griechiſchen Herrſchaft hart bedruͤckt und verachtet, wurden vollends zum Islam bekehrt und auf's engſte mit den Siegern vereinigt; die chriſtlichen Kirchen wurden zerſtoͤrt, und die arabiſche Sprache durch haͤufige Einwanderungen die herrſchende, Maure⸗ tanien, welches den Weſtgothen gehoͤrte, ward, bis auf das feſte Ceuta, das von dem gothiſchen Grafen Julian hartnaͤckig gegen Muſa vertheidigt ward, erobert, und nur im Suͤden begrenzte das hohe Atlasgebirge die afri⸗ kaniſchen Beſitzungen des Chalifats.
Aber auch bis an die Ufer des Indus drang die Heeresmacht des Chalifen, und Katibah, den Orus uͤberſchreitend, unterwarf die tuͤrkiſchen Horden jenſeit dieſes Fluſſes Al Walid's Scepter; ſelbſt China's Kaiſer be⸗ warben ſich um deſſen Freundſchaft.
Wichtiger aber war die Eroberungvon Spanie noder Andalos, wie die Ara⸗ ber die ganze Halbinſel nennen, da ſie ihnen den Zugang zum Weſten Europa's oͤffnete.
Hier dauerte noch die weſt gothiſche Herrſchaft, und zur Zeit Muſa's herrſchte Witiza als Koͤnig der Weſtgothen. Nach deſſen Tode 710 entſtand Zwiſtigkeit im Lande derſelben. Roderich, ein tapferer und kriegserfahrener Mann, unter Witiza Anfuͤhrer der Reiterei, ſchwang ſich, von einem maͤch⸗ tigen Anhang unterſtuͤtzt, auf den Thron. Voll Rachegefuͤhl ſuchten nun die zuruckgeſetzten Soͤhne Witiza's mit andern Mißvergnuͤgten, namentlich ihren Oheimen, dem Grafen Julian, der in Ceuta befehligte, und dem Erzbiſchof Oppas von Sevilla, verbunden, der Araber Freundſchaft. Julian wandte ſich an Muſa, ihm die Leichtigkeit des Unternehmens ſchildernd, daß eine be⸗ deutende Macht der Chriſten bereit ſtehe, mit ihm gegen den Thronraͤuber Roderich zu fechten, welch' ein herrliches Land die Halbinſel ſei, und welch' ein glänzender Lohn dem Eroberer barre; zugleich erbot er ſich zu treuem Buͤndniß mit den Moslemen. Dieſer ſchickte, nachdem er des Chalifen Erlaub⸗ niß zu der Unternehmung erhalten hatte, zuerſt ein kleines Heer aus, um die Staͤrke der Feinde und die Macht ſeiner neuen Bundesgenoſſen auszuforſchen; es kehrte ohne Verluſt, mit Beute und Gefangenen und guten Nachrichten zuruͤck. Nun entſendete er ein Heer von 12,000 Mann, wobei ſich Graf Julian befand, unter der Anfuͤhrung des tapfern und erfahrenen Ta rek, nach Andalos. Gluͤcklich ward die Meerenge durchſchifft und da, wo heute Algeſiras liegt, betraten die Araber den ſpaniſchen Boden. Ein vor ihnen liegender ſteiler, vom Meere umſpuͤlter Berg bot dem Feldherrn einen treff⸗ lichen Standpunkt dar; er beſtieg ihn und befeſtigte ſich dort. Ihm zum Ge⸗ daͤchtniß erhielt dieſer Berg, bis dahin Calpe genannt, den Namen Tarek's ¹).
¹) Aus Gebel al Tarek(Tarek's Berg) ward ſpäter Gibraltarz und ſo legte Tarek
den Grund zu Befeſtigungen, durch welche die Britten jenen Poſten faſt unüberwindlich gemacht haben.


