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Blütezeit fällt in den April, kurz nach Entfaltung der Blätter. Die Blüten sind aufwärts gerichtet, der Fruchtknoten ist kahl und die Flügelfrüchtchen spreizen weit auseinander. Das Blatt hat ebenfalls fünf Lappen, aber mit grossen spitzen Zähnen; die Winkel zwischen den Lappen sind ausgerundet, nicht spitz. Die Farbe der Ober- und Unterseite ist gleich. Im Frühjahre entfliesst dem Blatte beim Zerreissen ein Milchsaft. Die Herbstfärbung des Blattes ist, wie bei dem vorhergehenden Baume, hellgelb. Sehr oft bemerkt man auf den Blättern schwarze Flecken. Im Spätjahre 1877 waren auf der Sprendlinger Cbaussee sämmtliche Blätter der dort angepflanzten Bäumchen wie mit Wagenschmiere betupft. Es rühren diese Flecken von einem Pilze, Rhytisma acerinum Fr., her. Die Rinde ist rissig, nicht glatt, und ist daran, wie durch die anliegenden Knospen, von A. pseudoplatanus, bei dem die Knospen abstehen, auch im Winter zu unterscheiden.
Acer campestre L., Massholder.
Er steht in zwei schönen Exemplaren, etwas entfernt vom Rechneigraben, am hinteren Wege, dem Allerheiligenthore zu. Wie die vorhergehenden, findet auch er sich im Taunus, doch meist mehr strauchartig.
Stamm und Rinde ähneln denen des Spitzahorns; nur ist am Massholder nicht selten eine Korkwucherung an der Rinde wahrzunehmen. Das Blatt ist kleiner als bei den vorigen, lang- gestielt, mit drei grösseren und zwei kleineren stumpfen Lappen, welche wiederum seicht gelappt sind. Die Blüten sind dunkelgrün, kommen ebenfalls aus den Seitenknospen und sind auf- wärts gerichtet. Die Flügelfrüchtchen spreizen weit auseinander.
Acer rubrum L. und A. dasycarpum, zwei aus Nordamerika stammende Arten, sind gleich- falls in den Anlagen vertreten. Letztere steht auch in mehreren Exemplaren in unserem Schul- hofe. Die Knospenschuppen sind bei ihr carminroth und die Schuppen noch vorhanden, wenn sich die Blüten bereits entfaltet haben, was meistens schon im Februar der Fall ist, lange vor der Blattentfaltung.
A. negundo L., der Eschen-Ahorn,
ebenfalls aus Nordamerika, hat gefiederte Blätter. Ein Strauch steht auf der Nordseite und sticht durch seine heller gefärbten Blätter von seiner dunkleren Umgebung angenehm ab. Die in den Anlagen zerstreut stehende Spielart mit panachirten Blättern wirkt als Einzelpflanze auf dem grünen Rasen höchst malerisch.
Aus mehreren Ahornarten, namentlich aus dem Zuckerahorn, wird in Nordamerika durch Anbohren der Stämme ein süsser Saft gewonnen, aus dem Zucker hergestellt wird, wie bei uns aus den Runkelrüben.
23. Tilia parvifolia Ehrh., die kleinblättrige Linde oder Winterlinde. 23 a. T. grandifolia Ehrh., die grossblättrige Linde oder Sommerlinde. Freudig pocht dem Sohne des Dorfes das Herz, wenn er nach langer Trennung zum
väterlichen Hause zurückkehrt. Es grüssen ihn Felder und Wiesen; jede Hütte und jeder Gartenzaun winken ihm als alte Bekannte freundlich zu. Vor Allem aber ist es die Linde vor


