Eine rothblühende Varietät,
20 a. Aesculus rubicunda Dois., rothe Rosskastanie,
steht ebenfalls am Rechneigraben, dort wo die echten Rosskastanien stehen; es sind die drei schwächeren unter den fünf Kastanienbäumen und ihr Stamm erreicht überhaupt nicht die Dicke der Hauptform. Ihre Blätter sind dunkler und glatter als bei dieser; sie blüht später und hat gewöhnlich nur vier Blumenblätter. An Schönheit des Blütenschmucks übertrifft sie die echte Rosskastanie. Eip leichtes Unterscheidungsmerkmal von dieser bietet ausser der Blütezeit ein rother Fleck auf der Unterseite an der Basis jedes Blättchens. Viele Botaniker halten diese Abart für einen Blendling zwischen A. hippocastanum und Pavia rubra.
21. Pavia rubra Lam., die rothblühende Pavie.
Die Pavie stammt aus Nordamerika, woselbst sie mit dem Namen Buckeye(Bocksauge) be- zeichnet wird. Ein Baum steht auf der West- und zwei andere grössere auf der Ostseite unseres Weihers. Auch dem Allerheiligenthore zu stehen noch zwei Exemplare. Die Blüten sind kleiner als bei A. hippocastanum, und haben nur vier Kronenblätter mit schmaler aufrechter Platte. Die Staubgefässe stehen gerade. Die Kapsel ist glatt und die Knospen sind nicht harzig. Die 5 Blättchen des handförmig gefiederten Blattes sind länglich elliptisch, hellgrün, glatt. Aehnlich der P. rubra ist P. flava Mnch., die gelbblühende Pavie, welche ebenfalls in den Anlagen vertreten ist.
Im August oder September eröffnen die Pavien den Reigen der Blattverfärbung und contrastiren dann mit ihrer gelbrothen Farbe in wirksamer Weise gegen das Grün der sie um- gebenden Bäume und Sträucher. Auch sind sie von allen Bäumen zuerst entblättert.
22. Acer pseudoplatanus L., Bergahorn.
Der Bergahorn ist, wie sein deutscher Name sagt, ein Gebirgsbaum und in den Alpen trifft man ihn noch in einer Höhe von 1300 Meter. Er findet sich nicht selten im Taunus. Am Rechneigraben stehen Bergahorne auf der Ostseite, neben Pavia rubra. Die Blüten kommen im Mai aus den Endknospen der Triebe, nachdem schon die Blätter ausgebildet sind. Der Blütenstand bildet eine hängende Traube mit männlichen Blüten und Zwitterblüten vermischt. Dieselben sind grün bis gelbgrün, die Staubfäden doppelt so lang als die Blumenkrone, der Fruchtknoten behaart. Die Flügelfrüchtchen sind wenig abstehend. Das Blatt ist gestielt, in der Regel fünflappig, die Lappen spitzeinspringende Winkel bildend, am Rande sägezähnig und auf der Unterseite blaugrün gefärbt. Die Rinde ist glatt, an alten Stämmen in flache Borkentafeln zerrissen, die sich manchmal ablösen. Varietäten mit weissgescheckten Blättern und eine, bei der die Blätter auf der Unterseite dunkelroth gefärbt sind, stehen gleichfalls auf der Ostseite.
22 a. A. platanoides L., spitzblättriger Ahorn.
Auf der Ostseite in der Mitte, A. pseudoplatanus gegenüber, und auf der Südseite.— Dieser Baum liebt mehr die Ebene, geht aber weiter nach Norden als der Bergahorn. Seine


