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Hedera helix L., der gemeine Epheu,
steht auf der Süd- und Nordseite. Hier umkleidet er mit Hilfe seiner Klammerwurzeln einen 13 Meter hohen Erlenstamm bis zu dessen Spitze. Er entfaltet seine gelblich-grünen Dolden gegen den Herbst; die Früchte, schwarze Beeren, reifen aber erst im folgenden Frühjahre. Nur ältere Stämme bringen Bluten hervor. Die Blätter sind fünflappig, in der Nähe der Blüuten jedoch ohne Lappen und von eiförmiger oder rhombischer Gestalt und zugespitzt.
Rhus typhina L., virginischer Sumach(Hirschkolben-Sumach).
Ein Strauch auf der Nordseite des Weihers(nicht selten auch Bäumchen von 5—6 Meter Höhe bildend), der sich namentlich im Herbste durch seine um diese Zeit roth gefärbten Blätter be- merklich macht. Das Blatt besteht aus 10— 12(in der Regel nur 10) Fiederpaaren und einem ungleichen, gestielten Blättchen. Die Blättchen sind lanzettförmig, gesägt, zugespitzt, auf der Unterseite weissgrau, 12— 15 Ctm. lang und bis 4 Ctm. breit; je nach dem Standorte auch oft viel kleiner. Die Blattstiele sowie die Zweige sind zottig behaart, letztere unregelmässig gekrümmt. Die zweihäusigen Blüten sind klein, grünlich-gelb, auch röthlich, je nachdem sie männlich oder weiblich sind; sie haben fünfgliedrige Hüllen, 5 Staubgefässe und 3 Griffel, die auf einem einfächerigen Fruchtknoten sitzen. Die Frucht ist eine mit dunkelrothen, wol- ligen Haaren dicht besetzte Steinfrucht.
Rh. typhina ist neben dem Perückenbaum, Rh. cotinus L., ein beliebter Zierstrauch unserer Gärten und Anlagen.
Die gestossenen Zweige und Blätter des ersteren werden in seiner Heimat, Nordamerika, zum Gerben und Schwarzfärben benutzt, ähnlich wie der in den Handel kommende Gerbersumach, Rh. coriaria L., aus Süd-Europa. Rh. typhina heisst auch Essigbaum, wegen der säuerlich schmeckenden Haare auf den Früchten. Manche Sumacharten gehören zu den giftigsten Pflanzen, s0 Rh. toxicodendron L., der Gift-sumach, den man zuweilen auch bei uns angepflanzt sieht und dessen Ausdünstung schon, in der Heimat wenigstens, gefährlich wirkt. Die Gärtner pflegen deshalb vorsichtig mit diesem Baume umzugehen; sie wissen, dass eine häufige Berührung desselben leicht eine Entzündung der Haut hervorrufen kann. Im botan. Garten dahier werden im Auftrage der Regierung seit einigen Jahren Versuche mit Rh. vernicifera DC., dem Lackbaume, gemacht und er scheint daselbst recht gut zu gedeihen. Wir besitzen aus der Familie der Sumach-Gewächse keine wildwachsenden Vertreter.
20. Aesculus hippocastanum L., echte Rosskastanie.
Die Rosskastanie, wovon sich einige Bäume auf der Ostseite befinden, ist seit mehr als dreihundert Jahren bei uns eingebürgert und wegen ihres schnellen Wuchses und ihres dichten Schattens ein gern gesehener und vielfach angepflanzter Alleenbaum. Ihre Heimat ist nicht bekannt; man weiss nur, dass sie zuerst(1557) nach Konstantinopel kam und sich von dort aus in Europa weiter verbreitete. Den Namen Kastanie erhielt sie wohl wegen der Aehnlichkeit der Samen mit denen von Castanea vesca Gaertn., mit welchem Baume sie jedoch nur dem Namen nach verwandt ist; denn C. vesca gehört zur Ordnung der Amentaceen und zur Familie der Cupuliferen, während A. hippocastanum in die Ordnung der Malpighineen eingereiht ist
und mit Pavia die Familie der Hippocastaneen bildet. 4*


