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S. babylonica wäre unrichtig. Damit stimmen die meisten zuverlässigen Reisenden überein. Viele glauben, dass bei genanntem Psalm an Populus euphratica zu denken sei. ¹ Schon Ritter schreibt in seiner Geographie:*„An den Flussufern(des Euphrat) etc.— hier und da Pappelhaine der euphratensischen Pappel(Gharab), welche das Eigenthümliche hat, auf demselben Baumstamme an den einen Zweigen lanzettförmige, an den anderen herzförmige Blätter zu entwickeln, weshalb etwa sie früher für eine Weidenart gehalten werden konnte. Die so berühmte Trauerweide, die Salix babylonica des Systems, welche nur hierher phantasirt wird, findet sich durchaus hier im Euphratgebiete gar nicht vor.“ Die Garabim, welche von den Juden zum Feststrausse am Laubhüttenfeste benutzt werden, sind allgemein Bachweiden..
15 a. Salix alba L., die Silberweide.
Die schönsten Silberweiden stehen auf der Nordseite. Durch den Silberglanz der Blätter heben sich die Bäume anmuthig von dem dunkeln Grün der Erlen, des Hollunders und der Ulmen ab.
S. alba blüht Anfangs Mai. Die Kätzchen sind gestielt, walzenförmig, gedrängtblütig und die eilanzettlichen Schuppen derselben gelbgrün. Die männlichen Blüten haben 2 Staub- gefässe, die weiblichen einen eiförmigen, fast sitzenden Fruchtknoten mit zwei Narben auf einem kurzen Griffel. Die Blätter sind lanzettlich, zugespitzt, kleingesägt, auf der Unterseite(bei S. argentea Hort. auf beiden Seiten) mit anliegenden, seidenglänzenden Haaren besetzt, was den genannten Silberglanz erzeugt. Der Stamm hat eine graue, rissige Rinde. Eine Abart:
S. alba var. vitellina, die Dotterweide,
ist am Rechneigraben, ebenfalls auf der Nordseite, in prächtigen Bäumen vertreten. Der Stammumfang zweier derselben beträgt in Brusthöhe 2,60 und 2,38 Mtr.; ein noch kräftigerer Baum ist im verflossenen Winter dem Sturme erlegen. Die Zweige sind bei dieser Spielart dottergelb, woher der Name, schlanker als bei der Hauptform und an den älteren Bäumen schön überhängend.
Die Silberweide ist eine unserer gemeinsten Weiden. Ueberall an Bachufern ist sie zu finden. Wegen ihrer grossen technischen Bedeutung, welche sie übrigens mit noch anderen Weiden theilt, wird sie vielfach cultivirt. Sie wächst schnell und begnügt sich mit Standorten, die sonst wenig benutzt werden können.
Von anderen Weiden sind noch zu erwähnen: auf der Ostseite
15 b. S. laurina Sm., die lorbeerblätterige Weide.
Sie gilt als ein Blendling von S. caprea L. und S. bicolor Ehrh. Die Blätter sind elliptisch, klein gezähnt, zugespitzt, gestielt, der Stiel ist an der Ansatzstelle etwas verbreitert. Die Ober- fläche ist glänzend dunkelgrün, die Unterseite blaugrün. Sie erreichen mitunter eine Länge von über 15 Ctm. bei 6 Ctm. Breite. Die Aeste und Zweige streben fast pyramidenförmig aufwärts.
8. rosmarinifolia Gouan., die rosmarinblättrige Weide. Auf der Südseite. Ein kleiner Strauch mit sperrig ausgebreiteten Aesten und mit langen schmalen Blättern. Auf der graufilzigen Unterfläche der Blätter tritt der gelbgefärbte Mittel- nerv deutlich hervor.
1 K. Koch, Dendrologie. II. Theil. I. Abtheil., pag. 508.— ²¹ Westasien, XI. Theil., pag. 988.


