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gestaltet sie sich, wenn sie, wie am Rechneigraben, einzeln zwischen Baumgruppen hervorragt und ihre rautenförmigen Blätter im Winde erzittern. Durch ihre schlanke verlängerte Krone und ihre Höhe bringt sie Mannigfaltigkeit und Leben in das Ganze.
Wie die übrigen Pappeln besitzt auch sie eine grosse Ausschlagsfähigkeit an Wurzel und Stock und sie kann aus diesem Grunde als Chausseebaum den benachbarten Feldern recht schädlich werden. In Preussen ist darum diese Pappel als Chausseebaum seit 1866 verboten.
Wo sie um einsam in der Ebene gelegene Gehöfte angepflanzt ist, dient sie, wie uberhaupt hohe Bäume, als vorzüglicher Blitzableiter, ähnlich wie in Gebirgsthälern die um- gebenden Wälder die natürlichsten Blitzableiter bilden.
Ueber die Heimat der Pyramidenpappel gehen die Ansichten auseinander. Die einen pezeichnen dafür den Orient, andere Amerika, wieder andere Italien; endlich gibt es Forscher, welche sie nur als cine Abart von P. nigra betrachten. Zu uns kam sie über Frankreich aus Italien und wir besitzen in Deutschland, mit verhältnissmässig wenig Ausnahmen, nur männ- liche Exemplare. Ein weiblicher Baum steht im zoologischen Garten. Die Aeste breiten sich bei ihm etwas mehr aus als bei den männlichen Bäumen.
14b. Populus tremula L., die Espe oder Zitterpappel.
Diese einheimische Pappel, wovon der Rechneigraben nur einen kleinen Repräsentanten an der Südostseite stellt, da wo sich früher der Metzgerbruch ergoss, lebt wild in unsern Waldern, untermischt mit anderen Bäumen. Der Stamm der Espe wird im Verhältniss zur Höhe des Baumes nicht dick, hat eine glatte, graue Rinde, welche im Alter schwarz und rissig wird. Die Krone ist eirund und bleibt ziemlich klein. Die Blätter sind sehr lang gestielt, ausgeschweift gezähnt, an der Basis abgerundet, geadert. Die Adern treten auf der Oberseite deutlicher hervor als auf der Unterseite. Dadurch, dass der Blattstiel seitlich zusammengedrückt ist, mithin mit seinen Flächen senkrecht zu denen der Blattspreite steht, wird das Blatt von jeder Windrichtung getroffen und wir sehen es deshalb bei jedem Luftzuge in zitternder Be- wegung,„wie Espenlaub zittern“. Die Länge des Stieles begünstigt selbstverständlich die Beweglichkeit.
Die Pappel, welche man hier in Frankfurt am meisten angepflanzt sieht, ist die cana- dische Pappel, Populus canadensis Mnch. Sie wächst rascher als die Schwarzpappel, P. nigra, an deren Stelle sie vielfach getreten ist und wird bedeutend kräftiger als diese. Die schönen Pappeln am Grindbrunnen sind P. canadensis und eben ein solcher Baum steht auf dem Terrain des alten zoologischen Gartens mit einem Stammumfang von 6 Meter. ¹ auf der. Maininsel sind P. dilatata und P. canadensis. Schwarzpappeln stehen an der Wolfgangstrasse.
Die Pappeln
15. Salix pendula Mnch.(S. babylonica L.), Echte Trauerweide.
Wir haben nur weibliche Exemplare von S. babylonica, wie wir von unserer italienischen Pappel, wenige Ausnahmen abgerechnet, nur männliche besitzen. Dort wollte es der Zufall, dass der Steckling eines weiblichen Exemplares und hier, dass ein männliches Setzreis ein- geführt wurde.
¹ Es würe schade, wenn dieser Baum durch weitere Bauthätigkeit gefällt würde.


