Aufsatz 
Geschichte der Mainzer Höheren Mädchenschule während der ersten 25 Jahre ihres Bestehens . 1889-1914
Entstehung
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immer in den Schulhof herüberzuführen, ſo daß das Gefühl des Verbanntſeins in ihnen nicht aufkommen konnte. Auch dauerte der Außenaufenthalt einer Klaſſe bisher nie länger als ein Jahr, nach deſſen Ablauf ſie wieder in das Hauptgebäude zurückkehrte.

Um das Bild der Entwicklung unſrer Schule in dieſem letzten Zeitabſchnitt zu vervollſtändigen, erwähnen wir noch einige weiteren Neuerungen.

Wie vielfach anderwärts, ſo wurden auch an unſrer Höheren Mädchenſchule im Einverſtändnis mit dem Kuratorium die Weihnachtszeugniſſe abgeſchafft. An ihre Stelle traten Benachrichtigungszettel, die den Eltern ſchwacher Schülerinnen am 1. Dezember jedes Jahres über deren Verſetzungsausſichten Aufſchluß geben. Die Neuerung trat zum erſtenmal 1910 in Kraft.

Durch Verfügung Großh. Miniſteriums vom 15. Dezember 1910 wurde die Ferienordnung für die Mainzer höheren Lehranſtalten neu geregelt. Der Beginn der Oſterferien wurde auf Palmſonntag, ihre Dauer auf nur 14 Tage feſtgeſetzt; an Stelle der swöchigen Herbſtferien traten 4 wöchige Sommerferien und 14tägige Herbſtferien; die Pfingſt⸗ und Weihnachtsferien blieben unverändert. Dieſer Anordnung der oberſten Schulbehörde ging im Mai 1900 eine Eltern⸗ abſtimmung voraus, bei der ſich nur eine geringe Mehrzahl zu Gunſten der an⸗ gegebenen Neuerung ausſprach. Zunächſt wurde dieſe daher als vorübergehende Erſcheinung angeſehen; nachdem aber eine von Großh. Miniſterium veranlaßte abermalige Elternabſtimmung am 31. Oktober 1913 faſt das gleiche Ergebnis hatte, wurde die neue Ferienordnung durch Verfügung vom 24. November 1913 für die höheren Lehranſtalten unſrer Vaterſtadt endgültig eingeführt.

Bereits Oſtern 1911 wurde in den Handarbeitsunterricht der beiden oberſten Schulklaſſen das Maſchinennähen aufgenommen, das ſpäterhin in dem amtlichen Lehrplan vom 8. März 1913 ebenfalls für dieſe Altersſtufe vorgeſchrieben wurde. Zunächſt wurden 3 Maſchinen angeſchafft, denen ſpäter noch 2 weitere folgten.

Der wahlfreie Stenographieunterricht(vergl. S. 48 ff.) wurde zu Beginn des Schuljahrs 1912/13 verſuchsweiſe, ein Jahr ſpäter aber end⸗ gültig auch auf die 3. Klaſſe ausgedehnt. Die untere Abteilung umfaßt ſeitdem nur Schülerinnen der 3. Klaſſe, während in der oberen Mädchen aus der 2. und 1. Klaſſe vereinigt ſind.

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Weitere Neuerungen.