Aufsatz 
Geschichte der Mainzer Höheren Mädchenschule während der ersten 25 Jahre ihres Bestehens . 1889-1914
Entstehung
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In den beiden erſten Jahren ihres Beſtehens ſollte die Frauenſchule den Nachweis ihrer Daſeinsberechtigung erbringen, alsdann erſt wollte man die Frage ihrer Beibehaltung oder Aufhebung endgültig entſcheiden. Letzteres geſchah in der Kuratoriumsſitzung vom 14. November 1912, in der man ſich einſtimmig für ihr Fortbeſtehen ausſprach. Daran ſchloſſen ſich eine gründliche Durchſicht derSatzung ſowie einige Anderungen des Lehrplans an. Der Anterricht in Geſundheitslehre und Kinderpflege ſollte hiernach künftighin auf beide Frauenſchuljahre in wöchentlich je 1 Stunde ausgedehnt werden; dem Kochen in FlI ſollten 6(bisher 5), den Kindergartenunterweiſungen in FI 8 Wochenſtunden zufallen, und für Volkswirtſchaffslehre in FI wurden wöchentlich 2 Stunden(ſtatt 1) angeſetzt. Auch die praktiſchen Fächer der FII erfuhren einige Änderungen hinſichtlich der Reihenfolge, in der ſie im Laufe des Schuljahrs gelehrt werden ſollten. Sämtliche Neuerungen wurden von der Stadtverordnetenverſammlung am 30. Dezember 1912 gutgeheißen und am 21. Januar 1913 von Großh. Miniſterium genehmigt.

Da die Frauenſchule keine Berufsſchule ſein ſollte, ſo mußte ſie auf Berechtigungen zunächſt verzichten. Doch wurde laut Verfügung Großh. Miniſteriums vom 7. November 1912 mit der Leitung der Mainzer Frauen⸗ arbeitsſchule vereinbart, daß Schülerinnen der Frauenſchule, die nach ein⸗ jährigem Beſuch dieſer Anſtalt in die Seminarabteilung für Kindergärtnerinnen eintreten wollen, von dem 1 ½ jährigen Ausbildungskurſus ½ Jahr erlaſſen werden ſoll, während nach 2 jährigem Beſuche der Frauenſchule fortan nur noch ½ Jahr Ausbildung im Kindergärtnerinnenſeminar der Frauenarbeitsſchule verlangt wird. Dieſe Beſtimmung berechtigt zu der Hoffnung, daß der Nach⸗ weis des erfolgreichen Beſuchs der Frauenſchule auch für die verſchiedenſten anderen Berufe immer mehr eine Empfehlung ſein und der Beſitzerin des Zeugniſſes zum Vorteil gereichen, ja, daß auf dieſe Weiſe die Frauenſchule auch wirklich nach und nach von ſelbſtin Berechtigungen hineinwachſen werde. Mit der Erfüllung oder Nichterfüllung dieſer Hoffnung hängt die Zukunft der Frauenſchule aufs innigſte zuſammen.

Anberührt von den Reformbeſtrebungen blieben die Oſtern 1908 ins Leben gerufenen C⸗Klaſſen. Bei ihrer Neuheit und Eigenart mußte jede Anderung ihres kaum erſt genehmigten Lehrplans zunächſt als ausgeſchloſſen erſcheinen.

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Die Weiterent⸗ wicklung der C⸗ Klaſſen.