Die andere Schulgattung, die wir der Amgeſtaltung des höheren Mädchen⸗«. Die d ſchulweſens zu danken haben, iſt die Frauenſchule. ſhul
Die Gründung einer ſolchen war bereits in dem Mainzer Lehrplan vom 1. Januar 1910(S. 55) vorgeſehen, wozu der Gedanke an unſre bisherige Fortbildungsklaſſe, die Selekta(vergl. S. 20 ff.), den naturgemäßen Anlaß bot.
In dieſer war die Schülerinnenzahl 1908/00 auf 5, 1909/10 auf 6 herabgeſchmolzen, was darauf hinzudeuten ſchien, daß die Selekta in ihrer bisherigen Geſtalt ſich gewiſſermaßen überlebt habe. Das Kuratorium beſchloß daher am 30. September 1909 im Einverſtändnis mit Großh. Miniſterium ihre Auflöſung; doch wollte es, nachdem dieſe Oſtern 1910 erfolgt war, an Stelle der alten Selekta ſo raſch wie möglich eine neue den Zeitbedürfniſſen mehr entſprechende Fortbildungsgelegenheit ſchaffen und zwar in Geſtalt einer 2 Jahreskurſe umfaſſenden Frauenſchule. Die Ausführung dieſes Plans erwog man zum erſtenmal in der Sitzung vom 13. Juni 1910, an die ſich dann noch mehrere Beratungen über denſelben Gegenſtand anſchloſſen. Das Ergebnis war„die Satzung der mit der Höheren Mädchenſchule verbundenen Frauenſchule“ vom 30. Dezember 1910, durch die alle einſchlägigen Organiſations⸗ fragen, namentlich auch das Verhältnis zur Mainzer Frauenarbeitsſchule, ſorgfältig geregelt wurden. Dieſe ſollte nämlich die praktiſche Ausbildung der Frauenſchülerinnen in Haushaltungskunde, Kochen, Nadelarbeit und Kinder⸗ garten übernehmen, wofür ihr ſeitens der Stadt eine Pauſchſumme nebſt der Hälfte des eingehenden Schulgelds vertragsmäßig zugeſichert wurden. Die Höhe des letztern wurde auf 220 bezw.— beim Beſuch von mehr als 16 Anterrichtsſtunden— auf 260 M. feſtgeſetzt. Nachdem die oberſte Schulbehörde ſowohl die„Satzung“ als auch den ihr vorgelegten Lehrplan gutgeheißen hatte, wurde die Frauenſchule am 26. April 1911 um 12 Ahr mittags mit einer ſchlichten Feier eröffnet, der außer den Frauenſchülerinnen— 19 an der Zahl, die ſich indes ganz bald auf 24 erhöhte— und außer dem Lehrkörper der Höheren Mädchenſchule die Herren Oberbürgermeiſter Dr. Göttelmann und Bürgermeiſter Kuhn ſowie mehrere Mitglieder des Kuratoriums beiwohnten; die Mainzer Frauenarbeitsſchule war durch die Vorſtandsdamen“) Frau Buder, Frau Sanitätsrat Dr. Hesdörffer und Frau
*) Vergl. S. 69.
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