am diesſeitigen Rheinufer Aufſtellung nahmen. Da die Feier auf einen Sonntag fiel, war keine Anterrichtsſtörung damit verbunden.
Den Glanzpunkt der feſtlichen Veranſtaltungen bildete eine größere Schillerfeier. Der„Schillerverband deutſcher Frauen“ beabſichtigte, die 100 jährige Wiederkehr vom Todestag des Dichters durch Gründung einer Schillerſtiftung zu feiern, an der auch die deutſche Jugend ſich beteiligen ſollte. Zu dieſem Zwecke regte er 1904 allenthalben die Abhaltung von Schulfeſtlichkeiten an; wer als Zuſchauer daran teilnahm, mußte ein beſtimmtes Eintrittsgeld bezahlen. In Mainz hatte Frau Major Strecker die Sache in die Hand genommen.
Die Volksſchule ſowie das Herbſtgymnaſium waren ihrer Anregung be⸗ reits gefolgt; natürlich durfte die Höhere Mädchenſchule nicht zurückſtehen, vielmehr galt es zu beweiſen, daß auch für die weibliche Jugend Friedrich Schiller nicht vergeblich gelebt und gedichtet habe. Somit wurde denn ein Feſtausſchuß gebildet, der ſich mit der Auswahl und Einübung der vorzu⸗ tragenden Gedichte und Muſikſtücke zu befaſſen und auch alle ſonſtigen Vor⸗ bereitungen zu treffen hatte, unter denen vielleicht die ſchwierigſte die Be⸗ ſchaffung der verſchiedenen Koſtüme war, deren man für die Darſtellung einzelner dramatiſcher Szenen bedurfte. Endlich, nach wochenlangen Zu⸗ rüſtungen, fand am 11. November 1904 im Konzertſaal der Mainzer Lieder⸗ tafel die Hauptprobe und Tags darauf, um 7 AUhr abends, die eigentliche Feſtfeier ſtatt, letztere bei ausverkauftem Hauſe. Eröffnet wurde ſie mit Schillers„Teilung der Erde“ in Haydn'ſcher Vertonung, vorgetragen vom Schülerinnenchor. Es folgten ein Prolog, eine Anſprache der„Dichtkunſt“ und dann der Vortrag einzelner Gedichte(Mädchen aus der Fremde, der Schütze, Rätſel, Hoffnung, Berglied, der Sänger der Vorwelt, die Macht des Geſanges). Waren anfangs mehr Schülerinnen der Anter⸗ und Mittel⸗ ſtufe zum Wort gekommen, ſo bot die nunmehr folgende Darſtellung einzelner Szenen aus Schiller'ſchen Dramen den Mädchen der Oberklaſſen und namentlich auch den Seminariſtinnen Gelegenheit zu zeigen, wie weit ſie in das Verſtändnis des Dichters eingedrungen ſeien. Mit einem Epilog und daran ſich anſchließendem Geſang des Liedes„An die Freude“(Volksweiſe) endigte die eindrucksvolle Veranſtaltung.
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