Aufsatz 
Geschichte der Mainzer Höheren Mädchenschule während der ersten 25 Jahre ihres Bestehens . 1889-1914
Entstehung
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iſt hier zu gedenken. Seit Oſtern 1904 wurde dieſer, zunächſt nur während der Sommermonate, von dem Lehrer Johannes Kempf nach Gabelsbergiſchem Syſtem zweimal wöchentlich erteilt, gegen mäßige Vergütung, und zwar nur an Schülerinnen der 1. Klaſſe, von Oſtern 1905 an auch an ſolche der 2. Klaſſe, ſo daß der Kurs von da an zweijährig war.

Am 11. März 1900 wurde im großen Turnſaal ein Mütterabend abgehalten, der den Erſchienenen den ſchädlichen Einfluß des Korſetts auf die Entwicklung des weiblichen Körpers zum Bewußtſein bringen und ſie auf die Vorzüge des ſogenannten Leipziger Turnkleids aufmerkſam machen ſollte. Im Mittelpunkte der Darbietungen ſtand ein Vortrag des Medizinalrats Dr. Balſer überMädchenſchule und Mädchenkleidung. Eine Auswahl geeigneter Turnübungen, von Schülerinnen unter der Leitung von Fräulein Wetter, namentlich an Geräten ausgeführt, diente zur Veranſchaulichung des Geſagten.

Die große Ausdehnung unſeres Schulgebäudes machte ſich von vornherein als ein Hindernis für die planmäßige Benutzung unſrer reichhaltigen Lehr⸗ mittelſammlungen nachteilig bemerkbar. Dieſem Abelſtande ließ ſich nur durch Aufſtellung eines ausführlichen Lehrmittelverzeichniſſes abhelfen, eine Arbeit, der ſich die Bibliothekarin, unterſtützt von den Sammlungsvorſtehern und ⸗vorſteherinnen, im Sommer 1908 und 1900 unterzog. Das Verzeichnis, durch Druck vervielfältigt und ſämtlichen Lehrkräften eingehändigt, erleichtert weſentlich die Vorbereitung auf den Anterricht, indem es nicht nur über alle vorhandenen Lehrmittel, ſondern zugleich auch über deren Aufbewahrungs⸗ ort genauen Aufſchluß gibt.

Feſtliche Anläſſe mancherlei Art brachten auch in dieſem Zeitabſchnitt eine Abwechslung in das tägliche Einerlei des Schullebens.

Am 2. Auguſt 1903 fand die Einweihung der neuerbauten Chriſtus⸗ kirche ſtatt. Der Anterricht fiel an dieſem Tage aus, weil außer einer großen Anzahl von Lehrern und Lehrerinnen auch die evangeliſchen Schülerinnen des Seminars ſowie der oberen und mittleren Schulklaſſen der Feier bei⸗ wohnten. Schule und Seminar beteiligten ſich alsdann an dem am 1. Mai 1904 gelegentlich der Einweihung der Kaiſerbrücke von der Stadt ver⸗ anſtalteten feſtlichen Empfang unſres Kaiſers, indem ſie gleich den übrigen höheren Lehranſtalten ſowie den Schülern und Schülerinnen der Volksſchule

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Schulfeſte und ſchulfreie Tage.