Gaudan gh⸗ Die Errichtung des Neubaus hatte auch eine Neuordnung der Schulgeld⸗ ſätze im Gefolge, die das Kuratorium bereits früher einmal(am 8. März 1904)
auf Antrag des Geh. Kommerzienrats Michel beſchäftigt hatte, jedoch ohne Erfolg. Inzwiſchen hatte der Neubau mit ſeiner reichlichen Lehrmittelausſtattung der
Stadt bedeutende Koſten verurſacht, bei denen man einer Erhöhung des Schulgeldes nicht mehr länger aus dem Wege gehen konnte. Einem Kuratoriums⸗ beſchluß vom 28. September 1907 zufolge ſollte dieſes von Oſtern 4908 an betragen:
1. für die Vorſchulklaſſen....= 222 M. 2.„„ A und B⸗Klaſſen, von 2— 5 einſchließlich= 96 M. 3.„„„„ 2 von 4— la„= 120 M. 4.„„ C⸗ Klaſſen: 7Tc, 6c und 5c einſchließlich=- 80 M. 5.„ 2„: 4 und 3„= 100 M.
Für die Klaſſen Tc— 3c war der Betrag etwas niedriger bemeſſen als für die entſprechenden A- und B⸗Klaſſen, weil dort nur eine fremde Sprache gelehrt wurde. Nach dem Vorgang der höheren Knabenſchulen ſollten Nicht⸗ heſſinnen künftighin einen Geldzuſchlag von 20 M. entrichten. Hinſichtlich der Schweſtern⸗Schulgeldermäßigungen galten beide Klaſſenſyſteme als eine Anſtalt. Am 13. November 1907 erhielten dieſe Beſchlüſſe des Kuratoriums die Genehmigung der Stadtverordnetenverſammlung. Für Seminariſtinnen war das Schulgeld bereits früher(12. Februar 1906) auf 160 bezw. 180 M. (für Nichtheſſinnen) feſtgeſetzt worden; vorher betrug es ohne Anterſchied 150 M. Ärſer Wafanes Neben den beſprochenen organiſatoriſchen Aufgaben beſchäftigten ſtets auch Fragen der Erziehung und des Anterrichts den Lehrerrat, von denen wir nur einige hier erwähnen wollen. Zunächſt mehrere Anderungen im Lehr⸗ plan der zehnſtufigen Anſtalt:
Zu Beginn des Schuljahrs 1908/00 wurde in den Klaſſen 5 und 4 die Zahl der wöchentlichen Rechenſtunden von 2 auf 3 erhöht, für Klaſſe 5 aber gleichzeitig die Wochenſtundenzahl im Singen von 2 auf 41 herabgeſetzt; außerdem erhielt die 3. Klaſſe 5 franzöſiſche Stunden— bisher hatte ſie 4— ſo daß ſie nunmehr auch, wie die 4. Klaſſe, 32 Wochenſtunden hatte. Die Hand⸗ arbeitsſtunden der 10. Klaſſe wurden dem Deutſchen zugewieſen, in Kl. 9 und 8 dagegen wurde die Zahl der wöchentlichen Handarbeitsſtunden von 2 auf 3 erhöht.— Auch der Einführung des wahlfreien Stenographieunterrichts 48


