Hoher Beſuch.
Errichtung der einſprachigen Parallelklaſſen.
arbeiten ausgefüllt. Die Feier ſelbſt fand am Vormittag des 15. Oktober 1907 ſtatt; auch auf ihre Beſchreibung kann hier verzichtet werden, da ſich ſolche gleichfalls im Jahresbericht von 1907/08 vorfindet, worin auch die bei dieſer Gelegenheit gehaltenen Reden und vorgetragenen Gedichte, darunter namentlich ein von Profeſſor Dr. Ledroit verfaßtes Feſtſpiel(„Deutſcher Frauen Ruhm und Ehre“), abgedruckt ſind.
Am Tage nach der Einweihung ſowie auch ſpäter noch einmal am 27. Oktober, gelegentlich eines Verkehrstages, ſtand das Schulgebäude auf Anordnung der Großh. Bürgermeiſterei mehrere Stunden lang zur allgemeinen Beſichtigung offen. Am 17. Oktober wurde der Anterricht wieder aufgenommen.
Eine hohe Ehre wurde unſrer Anſtalt am 4. Dezember 1907 zuteil mit dem Beſuch Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin, die bei ihrem leb⸗ haften Intereſſe für alle Fragen des Mädchenſchulweſens unſren Neubau aus eigner Anſchauung kennen zu lernen wünſchte. Am 3 ½ Uhr nachmittags erſchien die hohe Frau in Begleitung einer Hofdame ſowie des Großherzog⸗ lichen Provinzialdirektors Geheimrat Freiherrn von Gagern und wurde von dem Vorſitzenden des Kuratoriums, von Bauinſpektor Gelius und von dem Direktor der Schule an deren Haupteingang ehrfurchtsvoll begrüßt. Hieran ſchloß ſich ein RKundgang durch Haus und Hof an, wobei ſich Ihre König⸗ liche Hoheit von ihren Begleitern über eine Menge von Einzelheiten Aufſchluß geben ließ und ſich in anerkennendſter Weiſe über den Bau und deſſen Ein⸗ richtung auszuſprechen geruhte. Da dieſe Beſichtigung nachmittags ſtattfand und auch die Stunde der Ankunft Ihrer Königlichen Hoheit ſich nicht genau im voraus beſtimmen ließ, ſo war unſren Schülerinnen leider keine Gelegenheit geboten, der hochverehrten Landesmutter ihre Huldigung darzubringen.
Die Errichtung und Einweihung des Hauſes bildeten in der äußeren Ent⸗ wicklung der Schule das Hauptereignis dieſes Zeitabſchnittes; Hand in Hand mit jener ging die innere Entwicklung, als deren wichtigſte Erſcheinung die Gründung der einſprachigen Parallelklaſſen bezeichnet werden muß, eine tief einſchneidende organiſatoriſche Anderung, die ſich von 1905 an all⸗ mählich vorbereitete, bis ſie Oſtern 1908 endlich ins Leben trat.
Die Erfahrung hatte gelehrt, daß alljährlich eine ziemliche Anzahl Mädchen, nachdem ſie die 3. Klaſſe durchgemacht, der Schule ein für allemal den 44


