ſind nicht mehr ausreichend) einer definitiven Löſung zuzuführen, welche den Bedürfniſſen und berechtigten Wünſchen der Bevölkerung entſpricht.“
Bei einer derartigen Beurteilung der Sachlage, wie ſie allgemein damals zu Tage trat, war die Hoffnung auf baldigſte Inangriffnahme der Bauarbeiten wohl berechtigt. Wirklich legte auch bereits am 26. Juni 1903 Bauinſpektor Gelius dem Kuratorium Pläne für den Neubau einer Höheren Mädchenſchule vor, die den allgemeinen Beifall der Anweſenden fanden, ſpäter jedoch nicht weiter berückſichtigt werden konnten, da inzwiſchen die Frage der durch das Denkmal⸗ ſchutzgeſetz angeregten Erhaltung der Reich⸗Klara⸗Kirche aufgeworfen und in bejahendem Sinn beantwortet worden war. Im Oktober desſelben Jahres beſuchte dann der Direktor mit Bauinſpektor Gelius die Höheren Mädchen⸗ ſchulen in Straßburg, Stuttgart und München, um die Anlage und Ein⸗ richtung der dortigen Schulgebäude kennen zu lernen und dabei zugleich Er⸗ fahrungen zu ſammeln, die ſich für den in Ausſicht genommenen Neubau verwerten ließen. Da ſich die Stadt Mainz in dem erſten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts vor die Aufgabe geſtellt ſah, eine ganze Anzahl öffent⸗ licher Gebäude zu errichten, ſo konnte es nicht wundernehmen, wenn zeitweiſe der Gedanke auftauchte, das neue Schulhaus mit dem geplanten Neubau der Stadtbibliothek und des Gutenbergmuſeums aufs engſte zu verbinden. Am 25. Januar 1904 prüfte das Kuratorium im Verein mit dem ſtädtiſchen Bauausſchuß, dem Ausſchuß für Schulangelegenheiten ſowie für Bibliothek⸗ und äſthetiſche Angelegenheiten die neuen, von Bauinſpektor Gelius im angedeuteten Sinne ausgearbeiteten Pläne, die jedoch trotz ihrer unleugbaren Vorzüge auch diesmal wieder verworfen werden mußten, da ſie den berechtigten Anſprüchen der drei Anſtalten nicht genügend Rechnung trugen. Auch ſprach ſich die Mehrzahl der Anweſenden grundſätzlich gegen eine Verquickung beider Bauprojekte aus.
Ein dritter Entwurf, am 8. März 1904 zur Begutachtung vorgelegt, trug einerſeits den Beſtimmungen des Denkmalſchutzgeſetzes Rechnung, ermöglichte ſomit nicht nur die Erhaltung, ſondern auch den in ſeinem Geſamteindruck durch nichts beeinträchtigten Weiterbeſtand der in Betracht kommenden Bau⸗ werke; andrerſeits brachte er die Schule mit dem ebenfalls geplanten Neubau für das Naturwiſſenſchaftliche Muſeum in engſten Zuſammenhang. Er wurde einſtimmig gutgeheißen, und Bauinſpektor Gelius wurde um Ausarbeitung 42


