Dieſer„Einrichtungs⸗ und Lehrplan der Höheren Mädchen⸗ ſchule zu Mainz“ iſt ein Mittelding zwiſchen allgemeinem und beſonderem Lehrplan, d. h. er gibt nicht nur in allgemeinen Zügen die Lehrziele und die Klaſſenpenſen für jedes Anterrichtsfach an, ſondern bringt auch eine Menge von Angaben, denen man ſonſt nur in Sonderlehrplänen begegnet. Außerdem enthält er eine Fülle methodiſcher Winke und Ratſchläge, auf die man aus Rückſicht auf die eigenartige Zuſammenſetzung des jungen Lehrkörpers nicht verzichten zu können glaubte. Der Lehrplan ſieht eine Gliederung der 10 Jahreskurſe umfaſſenden Anſtalt in Vorſchule(Kl. 10, 9, 8), Anter⸗(Kl. 7, 6, 5), Mittel⸗(Kl. 4, 3) und Oberſtufe(Kl. 2, 1) vor, deren fortſchreitende Lehraufgaben auf Seite 6 folgendermaßen ange⸗ deutet ſind:„Der Anterricht der Vorſchule erſtreckt ſich auf Religion, Deutſch(Anſchauungsunterricht), Rechnen, Heimatkunde, Schreiben, Singen, Handarbeit, Turnen. Die Anterſtufe bringt als neue Fächer Franzöſiſch, Geſchichte, Erdkunde, Naturgeſchichte und Zeichnen; die zweite fremde Sprache, das Engliſche, kennzeichnet die Mittelſtufe; die Oberſtufe führt in die deutſche, franzöſiſche und engliſche Literatur ein und macht mit den wichtigſten chemiſchen und phoſikaliſchen Vorgängen bekannt. Teilweiſe dieſelbe Auf⸗ gabe, nur in erhöhtem Maße, hat die Selekta(1a), in der zwar einzelne der bisher gepflegten Fächer in Wegfall kommen, an Stelle der Geſchichte aber eine zuſammenhängende Einführung in die Kunſtgeſchichte tritt und das Rechnen zum Teil durch Buchführung erſetzt wird.“
Einen genaueren Einblick in den Anterrichtsbetrieb, wie er ſich vom 1. April 1900 an in der Mainzer Höheren Mädchenſchule den neuen Beſtimmungen entſprechend geſtaltet hat, gewährt die Stundentafel auf Seite 7 des Lehrplans, mit deren umſeitigem Abdruck wir dieſen Punkt unſrer Darſtellung verlaſſen:
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