Aufsatz 
Geschichte der Mainzer Höheren Mädchenschule während der ersten 25 Jahre ihres Bestehens . 1889-1914
Entstehung
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gar ging er in dem raſch ihm liebgewordenen neuen Berufe auf, daß weder die eindringlichen Bitten ſeiner treuen Lebensgefährtin, mit der er ſeit 1877 in glücklichſter Ehe verbunden war, noch die wohlgemeinten Vor⸗ ſtellungen ſeiner um ſeine Geſundheit bangenden Freunde ſeiner raſtloſen Tätigkeit Einhalt zu gebieten vermochten. Die traurigen Folgen konnten unter ſolchen Amſtänden nicht ausbleiben, wiewohl Keller ſelbſt ſie ſo lange wie möglich ſich zu verhehlen ſuchte. And als er nun doch endlich, der Not gehorchend, ſein Amt in andere Hände legen mußte, nur für kurze Zeit, wie er hoffte da war ſein Leiden bereits ſo ſehr fortgeſchritten, daß an eine Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit nicht mehr gedacht werden konnte: der ihm faſt aufgedrungene Arlaub ſollte ſein kurzer Feierabend werden vor der plötzlich über ihn hereinbrechenden Todesnacht.

Der Weaſee Zum Nachfolger Kellers wurde durch Allerhöchſtes Dekret vom 5. Oktober

der Schule. 1895 ſein ſeitheriger Stellvertreter, Profeſſor Dr. Roemheld, ernannt, den

Geh. Oberſchulrat Soldan am 8. Oktober in ſein Amt einführte. Der feier⸗ liche Akt vollzog ſich im engſten Rahmen des Lehrkörpers der Schule; ſelbſt der Vorſitzende des Kuratoriums war nicht zugegen, da er durch Krankheit am Erſcheinen verhindert war.

nderouhne s9 Den äußeren Ausbau der Schule hatte Keller zu einem gewiſſen Abſchluß gebracht; ihre innere Ausgeſtaltung war nunmehr die nächſte Aufgabe ſeines Nachfolgers. Indes würde es zu weit führen, wollten wir uns bei dieſem Punkte auf Einzelheiten einlaſſen; nur die LCehrplanfrage bedarf der be⸗ ſonderen Erwähnung. Schon bald nach Kellers Tod wurde die Arbeit aufs neue in Angriff genommen; allein noch beinahe 5 Jahre vergingen bis zur Vollendung des Werkes, da ſämtliche Lehrgegenſtände in zahlreichen Sonderberatungen beſprochen und namentlich auch die ſeit Eröffnung der Schule geſammelten Erfahrungen in gegenſeitigem Meinungsaustauſch der Amisgenoſſen und ⸗genoſſinnen verwertet werden mußten. Endlich, im Dezember 1899, konnte der Plan dem Kuratorium zur Begutachtung vor⸗ gelegt und im Einverſtändnis mit ihm bei Großh. Miniſterium die amtliche Genehmigung dafür erbeten werden. Durch Verfügung vom 19. März 1900 wurde dieſe auch gewährt, und am 31. März wurde der Lehrplan gleichzeitig mit dem Jahresbericht für 1899/1900 der Offentlichkeit übergeben.

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