naſien und Realſchulen des Großherzogtums beſtehenden, einen Lehrplan für die Anſtalt auszuarbeiten und denſelben uns bis ſpäteſtens Oſtern 1893 vorzulegen.“
Damit war dem Lehrkörper das Ziel ſeiner Betätigung im Intereſſe des einheitlichen Ausbaus der Schule für die nächſte Zeit gewieſen. Am 17. Oktober 1892 machte Direktor Dr. Keller dem Kollegium von dem Verlangen der oberſten Schulbehörde Mitteilung, und ſofort begannen nunmehr die Sonder⸗ beratungen. Allein die bewilligte Arbeitsfriſt erwies ſich bald ſchon als zu kurz; denn Oſtern 1893 lag außer dem Lehrplan für die 3 Elementarklaſſen nur noch der für Rechnen und Raumlehre ſowie für Franzöſiſch(Kl. 7—3 einſchl.) vor; außerdem hatte der Direktor Richtlinien für den deutſchen Plan entworfen. Er ſah ſich deshalb genötigt, am 5. Mai 1893 um Hinaus⸗ ſchiebung des Ablieferungstermins nachzuſuchen, die auch gewährt wurde. Inzwiſchen wurden die Beratungen eifrig fortgeſetzt; ſie erſtreckten ſich auf Geſchichte, Erdkunde, Naturgeſchichte, Phyſik, Chemie, Singen und Schreiben, wurden jedoch trotz allen Fleißes nicht ſoweit gefördert, daß der Ab⸗ lieferungstermin(1. Juli 1893) eingehalten werden konnte. Die letzte Be⸗ ratung unter Direktor Keller fand am 20. Juli 1893 ſtatt; das Werk zum Abſchluß zu bringen, ſollte ihm nicht vergönnt ſein. Offenbar machten ſich um jene Zeit bereits die erſten Spuren der ſpäteren Erkrankung bei ihm bemerkbar und lähmten ſeine bis dahin anſcheinend unzerſtörbare Arbeits⸗ kraft. So blieb der Lehrplan unvollendet; Religion, Deutſch, Engliſch, Turnen, Zeichnen, Handarbeit hatten, abgeſehen von einigen mehr oder minder verwertbaren Vorarbeiten, bis dahin noch keine Berückſichtigung er⸗ fahren, und im Franzöſiſchen fehlte der Plan für die Klaſſen 2— la.
Um den Eltern einen Einblick in den Schulbetrieb zu gewähren, wurden in dem Turnſaal der Anſtalt wiederholt öffentliche Prüfungen abgehalten, z. B. am 12. und 13. März 1891, am 31. März und 1. April 1892 uſw., zuletzt am 23.— 25. März 1898. Die Vorzüge dieſer Einrichtung werden durch die ihr anhaftenden Nachteile jedenfalls ſtark beeinträchtigt, weshalb ſie in den zuſtändigen Kreiſen allmählich in Verruf geraten iſt. Man griff des⸗ halb auch ſpäterhin nicht mehr auf ſie zurück.
Es erübrigt noch eine Bemerkung über die Schulfeſte und ſchulfreien Tage dieſes Zeitabſchnitts. Regelmäßig wiederkehrenden Anlaß zu ſolchen boten
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Offentliche Prüfungen.
Schulfeſte und ſchulfreie Tage.


