Regierung aus Darmſtadt und Mainz, die Vertreter der Stadtbehörden und die Mitglieder des Kuratoriums in ſeinem Hauſe zu einem feſtlichen Mahle.
Dienſtag, den 1. Oktober, fand die erſte Sitzung des Lehrerrats ſtatt, unter Pe Melnn. b
Leitung des Oberſchulrats Soldan, der den neugebildeten Lehrkörper in Schülerinnenzahl. den Dienſt der Anſtalt einwies. Tags darauf begann der Anterricht mit 542 Schülerinnen. Damit war zur Genüge bewieſen, wie dringend das Bedürfnis geweſen, dem man nunmehr endlich mit der Gründung der Höheren Mädchen⸗ ſchule abgeholfen hatte. Bis Oſtern 1890 wuchs dieſe Zahl noch auf 555 an, im folgenden Jahre auf 679 und im dritten(1891/92) gar auf 709. Die Er⸗ wartungen des geſchäftsführenden Ausſchuſſes(vergl. Seite 8) waren ſomit weit übertroffen worden. Für die nächſten Jahre allerdings muß ein langſamer Rückgang in der Schülerinnenzahl feſtgeſtellt werden, indem dieſe 1802/93 auf 688, 1893/94 auf 683 und 1894/95 auf 636 wieder herabſank.
Waren dieſe Schülerinnen anfangs auf 14 Klaſſen verteilt(10, 9, 8, Ta, wrteeahanu de Tb, 6a, 6b, Sa, 5b, 4a, 4hb, 3, 2, 1), wozu als Fortbildungsklaſſe für das Kaſſen. 11. Schuljahr noch eine Selekta(12) kam, ſo genügten jene ſehr bald nicht mehr. Deshalb wurden 1800 die 8. und 9. Klaſſe geteilt, ſo daß die Schule von da an 127 Klaſſen hatte.
Allein es war ſchwierig, dieſe große Zahl von Klaſſen in paſſender Weiſe im Schulgebäude unterzubringen. Es mußte deshalb ſchon bald nach der Er⸗ öffnungsfeier der Feſtſaal in 3 Klaſſenzimmer geteilt werden, von denen eines zugleich als Singſaal dienen ſollte. Am 30. Januar 1890 wurden die neuen Anterkunftsräume bezogen. Aber auch ſie genügten ſchon bald nicht mehr.
Im Zuſammenhang mit der Teilung der 3. Klaſſe ſah man ſich deshalb 1891 genötigt, die 2 ſeither von der Stadtmädchenſchule im Glöcknerhauſe der benachbarten St. Quintinskirche benutzten Klaſſenzimmer zur einſtweiligen Aushilfe mietweiſe zu übernehmen. Allein hier ergaben ſich doch auch wieder mancherlei Mißſtände, ſo daß man ſich ſchon 1802 dazu entſchloß, die beiden ausquartierten Klaſſen(a und 8b) wieder in das Schulgebäude zurückzu⸗ verlegen, was natürlich ebenfalls wieder unangenehme Folgen hatte. Der Phoſik⸗ und der Zeichenſaal mußten von jetzt an zugleich auch noch als Klaſſen⸗ zimmer dienen, und ſogar das phyſikaliſche Sammlungszimmer wurde einer Klaſſe, der Selekta, als Unterkunftsraum angewieſen.
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