Aufsatz 
Geschichte der Mainzer Höheren Mädchenschule während der ersten 25 Jahre ihres Bestehens . 1889-1914
Entstehung
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Wahl vorzuſchlagenden Herren aus der Zahl von fünf näher bezeichneten Bewerbern entnehmen zu wollen, die nach Anſicht des Kuratoriums für die Stelle allein in Betracht kommen könnten. Dieſer Bitte entſprach die oberſte Schulbehörde, und nunmehr wählte das Kuratorium aus den 3 ihm angegebenen Herren am 16. Juli 1889 einſtimmig den Realgymnaſiallehrer Dr. Jakob Keller zu Mainz, deſſen Ernennung zum Direktor der Höheren Mädchenſchule ſeitens der Regierung am 16. Auguſt 1880 erfolgte.

Dr. Jakob Keller war am 16. Juli 1852 zu Groß⸗Gerau geboren. Dr. Jakob Keller. Nachdem er das Gomnaſium zu Darmſtadt beſucht und dann vom Herbſt des Jahres 1871 bis Juli 1875 in Gießen ſich dem Studium der klaſſiſchen Philologie gewidmet hatte, war er nach beſtandener Staatsprüfung und darauf folgender vorübergehender Verwendung am Großh. Gomnaſium zu Gießen am 25. September 1825 zunächſt widerruflich und dann am 5. April 1876 endgültig an der Großherzoglichen Realſchule l. Ordnung zu Mainz an⸗ geſtellt worden. Hier galt er bald als einer der tüchtigſten Lehrer, und die Jugend, der er ſeine Dienſte weihte, war begeiſtert von ſeinem Anterricht wie überhaupt von der ganzen Art, wie er ſie anzufaſſen verſtand. Aber auch das Mädchenſchulweſen war ihm bereits nicht mehr fremd; denn ſchon jahre⸗ lang hatte er an dem Inſtitut der Fräulein Brecher und dem von Fräulein Diehl im Nebenamt mit großem Erfolge gewirkt. Durch eine Anzahl mehr oder minder umfangreicher Schriften und Aufſätze, in denen er die Ergebniſſe ſeiner eingehenden archäologiſchen Forſchungen niedergelegt hatte, war er frühe ſchon außerhalb der Grenzen unſeres engeren Vaterlandes bekannt ge⸗ worden und infolgedeſſen 1884 zum korreſpondierenden Mitgliede des Kaiſerlich deutſchen archäologiſchen Inſtituts zu Berlin, Rom und Athen und vorher bereits zum erſten Sekretär des Vereins zur Erforſchung der rheiniſchen Geſchichte und Altertümer in Mainz ernannt worden. Der Großh. Kreisſchul⸗ kommiſſion Mainz gehörte er ſeit dem 26. April 1880 als unſtändiges Mitglied an.

War ſo in Keller ein Mann gewonnen, deſſen Perſönlichkeit für die ge⸗ 1Vydeen, deihliche Entwickelung der jungen Schule die beſte Gewähr zu bieten ſchien eine Hoffnung, in der man ſich nicht täuſchen ſollte ſo galt es nunmehr, zur Bildung des Lehrkörpers zu ſchreiten, womit ſich das Kuratorium

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