Die Gatungen fäir Inzwiſchen hatte der„Entwurf der Satzungen für die Höhere Wad herſtha=Mädchenſchule zu Mainz“ vom 1. April 1889— angenommen in der toriums. Stadtverordnetenverſammlung vom 10. April und vom Großh. Miniſterium des Innern und der Juſtiz am 29. Mai 1880 genehmigt— auch den inneren Aus⸗ bau der ins Leben zu rufenden Lehranſtalt vorläufig zu einem gewiſſen Ab⸗ ſchluß gebracht. Dieſe„Satzungen“ verpflichten die Stadt Mainz zur Auf⸗ bringung ſämtlicher Koſten für die neue Schule, beſtimmen, daß letztere einen Lehrkurſus von 10 Jahren, vom 6.—16. Lebensjahr, in einjährigen Klaſſen umfaſſen ſolle, und befaſſen ſich eingehend mit der Stellung und den Gehalts⸗ verhältniſſen der zukünftigen Lehrer und Lehrerinnen ſowie mit der Schulgeld⸗ frage. Dem Direktor wird ein zur Wahrung und Förderung der Intereſſen der Schule, namentlich in ihren Beziehungen zum Stadtvorſtand, beſtimmtes Kuratorium zur Seite geſtellt, das aus 5 Mitgliedern*) zu beſtehen hat. Der jeweilige Bürgermeiſter bezw. ſein Stellvertreter iſt Vorſitzender, der Schul⸗ direktor ſtändiges Mitglied; von den übrigen Mitgliedern wird eines vom Großh. Miniſterium des Innern und der Juſtiz ernannt, während die beiden anderen von der Stadtverordnetenverſammlung gewählt werden. Eines dieſer letzteren muß Mitglied der Stadtverordnetenverſammlung ſein; beide ſind auf 3 Jahre zu wählen.— Das Kuratorium wurde der Schul⸗ abteilung Großh. Miniſteriums unterſtellt, welche die Oberleitung über die Schule in gleicher Weiſe wie über die anderen höheren Lehranſtalten des Landes ausüben ſollte.
Die Bildung des Kuratoriums erfolgte in der Stadtverordnetenſitzung vom 19. Juni 1889. Die Wahl fiel auf die Herren: Beigeordneter Dr. H. Gaßner(Vorſitzender), Geheimer Kommerzienrat St. C. Michel(Stadt⸗ verordneter), Gomnaſiallehrer Profeſſor J. Schlenger(Stadtverordneter),
Gymnaſiallehrer Profeſſor Dr. J. Stigell(Regierungsvertreter).**)
Se, aſehuege de Die nächſte und wichtigſte Aufgabe des Kuratoriums war die Beſetzung der Direktorſtelle, um die ſich 18 Herren beworben hatten. In der erſten Sitzung vom 28. Juni 1889 wurden die Geſuche der Bewerber ge⸗ prüft, und es wurde beſchloſſen, Großh. Miniſterium zu erſuchen, die zur
*) Dieſe Zahl wurde 1903 auf 7 erhöht. **) Vom Großh. Miniſterium ernannt am 29. Juni 1889. 12


