Aufsatz 
Darmstädter Straßenbüchlein
Entstehung
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Beſſunger Teil vorher Holzſtraße und führte nach dem 1927 vollſtändig abgeriſſenen Schießhaus, wo die Darmſtädter Schüt⸗ zen ſich übten, nachdem die Schießſtätte in der Schützenſtraße (182⁴) infolge des Baues des Schützenhofſaales eingegangen war, ehe das neue Schießhaus in der Tanne eröffnet wurde. Teich⸗ hausſtraße: Nach dem Hauſe an den Fiſchteichen, die dort außerhalb der ehemaligen Stadtmauer lagen. An der Wind⸗ mühle(1905): Nach der in jener Gegend einſt ſtehenden Wind⸗ mühle, wo auch jetzt noch eine von den Darmſtädtern beſuchte Gaſtſtätte iſt. Eine zweite Windmühle ſtand ungefähr da, wo ſich jetzt das Haus Blumenthalſtraße 63 befindet, und brannte im Anfang des 19. Jahrhunderts ab. Zeughausſtraße (im Volksmund Ratzengaſſe vielleicht nach den Natten, die in dem dort gelegenen Marſtall vorkamen): Seit den 60 er Jahren nach dem von Schuhknecht 1771 erbauten Zeughaus, das beim Neubau des Landesmuſeums abgeriſſen wurde. Zim⸗ merſtraße(1831): Nach dem dort einſt liegenden herrſchaft⸗ lichen Zimmerplatz.

An alte Befeſtigungen erinnern die Landwehrſtraße, die nach der Richtung führt, wo eine alte Landbefeſtigung zwiſchen Griesheim und Goddelau lag, die Mauerſtraße(1831) zur Erinnerung an die zwiſchen ihr und der Magdalenenſtraße er⸗ richtete Mauer, von der noch einzelne Veſte erhalten ſind, ebenſo wie von dem Befeſtigungsturm in derRunde⸗Turm⸗ Straße..

Darmſtadt iſt auch eine Gartenſtadt. Schon mehrere Gär⸗ ten konnten wir erwähnen. Im Volksmund heißt es Herrngarten, amtlich aber Schloßgarten, Schloßgartenſtraße(1859), (auch die Große Schwanengaſſe wurde 1867 ſo genannt) und Schloßgartenplatz(1898); in der Nähe des Beſſun⸗ ger Herrngartens liegt Orangerieallee und Orangerie⸗ ſtraße nach dem dort ſtehenden Orangeriehaus, einem Winter⸗ haus für die Orangen und andere kälteempfindliche Bäume, ſowie die Herrngartenſtraße.

Oft gefragt wird nach der Deutung von Ahaſtraße: Die Mauer eines großen Gartens wird auf ein Stück unterbrochen und erſetzt durch eine Hecke oder einen Waſſergraben oder beides, daß ein weiter Ausblick in die Landſchaft möglich wird, daß ein Beſchauer unwillkürlich in einAha des Erſtaunens ausbricht. Es iſt ein Fachausdruck der Gartenbaukunſt. Solche Ahas gab es im Darmſtädter Herrngarten an der Frankfurter Straße, auch im Prinz⸗Emils⸗Garten an der Heidelberger Straße, wo jetzt die Slhaſtrahe mündet, z. B. auch im Nymphenburger Schloß⸗ park...