Aufsatz 
Die Idealisierung der Naturvölker des Nordens in der griechischen und römischen Literatur
Entstehung
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àν⁶ρσιεανιο*τα oƷσιααᷣεαeοο. Eine gewisse Aehnlichkeit mit der pythagoreischen Lehre

von der Seelenwanderung mochte man wohl in jenem Glauben finden, wenn die Hellenen

an der thrakischen Küste erklärten, sei es in spöttischem oder mehr in euhemeristischem

Sinne, Zalmoxis sei ein ehemaliger Sklave des Pythagoras, der sich durch seine betrü- gerischen Wunderthaten bei den Thrakern göttliches Ansehen verschafft habe(Her. IV 95).

Wie die Geten, so galten die Hyperboreer als ein frommes Volk. Auch hatte der

Gottesdienst beider die Aehnlichkeit, dass das aαοεςσεέι eine bedeutende Stelle darin ein-

nahm, bei den Hyperboreern(Pindar I. c., Diod. II 47, Aelian. H. A. XI 1) wie bei den

Geten(Theopomp. fg. 244 M., vgl. auch Jornandes de r. Get. 10, Steph. Byz. s. v.).

Nach allem Dargelegten würe es zu verwundern, wenn man nicht auch den Ruhm ihrer Frömmigkeit von beiden Nachbarvölkern auf die Skythen übertragen hätte, cf. Plat. Charmid. 158 a. Bei Herodot finden wir davon noch keine Spur: Ephoros(s. u.) nennt

sie schon esoeps. Nach Lukian(Skyth. 1. 4) halten auch die Skythen sich für unsterblich und wandern nach ihrem Tode zu Zamolxis, ja in einem guten Artikel des

Suidas(S. v. Z6⁵μομ⁵εεςα) ist Zamolxis selbst zu einem Skythen geworden, welcher die Thraker belehrte.

Einige Zeit hindurch findet sich nun keine Idealisirung der Nordvölker mehr; die

ernste Geschichtschreibung des Thukydides war solchen Phantasien nicht günstig. Auch

in den Dialogen Platons, wo man sie wohl erwarten möchte, zeigt sich keine Spur der-

selben.*) Doch ist der Einfluss der platonischen Lehren auch auf diese Dinge nicht

ohne Einfluss geblieben, wie sich alsbald bei Ephoros zeigen wird. Erst bei Ktesias,

dessen Zuverlässigkeit bekanntlich noch heute controvers ist, finden wir eine neue Idealisi-

rung und zwar die erste im Nordosten(seit den Perserkriegen wusste man ja, wie unend-

lich weit die Skythen sich gegen Osten ausdehnten).»Die Dyrbüer,« sagt dieser im 4 zehnten Buch der IIeHoν³‿(Steph. Byz. s. v. Aroαιιοο),»ein nördliches Nachbarvolk der 4 Baktrer und Inder, sind glückliche, reiche und sehr gerechte Leute(zᷣνπασα ιααοο); sie thun Niemanden Unrecht, tödten Niemanden, nehmen nicht mit was sie unterwegs finden; sie backen kein Waizenbrod, sondern verzehren dünne Gerstenkuchen und Früchte; auch haben sie keine Gesetze ausser denen über den Gottesdienst.« Und an dieses nach den homerischen ταοeεσανne und den Hyperboreern zugleich geformte Volksbild schliesst sich aufs Beste die Idealisirung der Skythen durch Ephoros, den bekannten Schüler des Isokrates, welcher bei dem grossen Einflusse, den seine Ioroptar inhaltlich auf die ganze spütere Geschichtschreibung ausübten, auch in dieser Beziehung von besonderer Wichtigkeit ist, zumal da er wie es scheint zuerst dieselbe im Zusammenhang und mit voller Absicht- lichkeit vertrat. Man ist wohl berechtigt, nach der Ursache dieser auffallenden Erscheinung zu fragen. Wie kam gerade Ephoros, ein Schriftsteller von schlichtem und nüchternem

*) Euthydem. 299 e:&lol rourovrs eudarkowec rarone lrat SaSe ff. sind nicht die glücklichsten, sondern die reichsten der Skythen gemeint. 3