Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 1. Buch. Die Urkunden
Entstehung
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erkannt werden. Es läßt ſich dabei nicht immer, zumal bei der großen Vorſicht, mit welcher die Eberhard'ſchen Copien zu betrachten ſind, entſcheiden, ob ſie der Zeit, für welche ſie durch eine Copie ſchon beanſprucht werden, auch wirklich zukommen, oder ob ſie da noch als Interpolation zu betrachten ſind. Wir ziehen von den Zu⸗ ſätzen hierher nur diejenigen, welche ſich in päbſtlichen Privilegien befinden, welche dem Karolingerzeitalter angehören und werden da⸗ bei nur noch ganz vereinzelt genöthigt ſein, auf die Urkunden der ſpäteren Zeit Rückſicht zu nehmen. Viele der hier in Betracht kommenden Zuſätze ſind jedoch der Art, daß ſie keine weſentliche Entſcheidung für die Bedeutung der Urkunden enthalten und der Werth jener ſeinem Hauptgeſichtspunkte nach unangetaſtet bleibt, mögen dieſe nun als unbedenklich ſtehen bleiben oder als verdächtig zu beſeitigen ſein.

Von den in jenen, bereits generell als verdächtig anerkannten Bullen und deren Zuſätzen iſt natürlich hier ebenfalls nicht mehr die Rede. In der Bulle Gregor's IV. findet ſich in der zweiten Ab⸗ ſchrift Eberhards die Stelle von precipiendo etiam precipimus bis in proprietatem susceperit; ſie iſt weder in der noch erhaltenen Copialurkunde noch auch in der erſten Abſchrift Eberhards enthalten und gibt ſich ihrem ganzen Inhalte und Wortlaute nach als Interpolation zu erkennen, ſie iſt darum auch mit Recht aus der Urkunde(Dronke, Nr. 477) geſtrichen.

Aus gleichen Gründen muß dieſelbe auch in der Urkunde Leo’'s IV. an Hatto beanſtandet werden¹). Die beiden darauf fol⸗ genden Bullen haben dieſe Stellen ſchon ohnehin nicht ²), dagegen hat die Bulle des Pabſtes Nicolaus(859) einen andern neuen Zu⸗ ſatz: Ceterum vero hoc deliberantes decernimus ut congruis temporibus nostrae sollicitudini ecclesiasticae intimetur, quali- ter religio monastica regulari habitu dirigatur concordiaque convenienti ecclesiastico studio mancipetur, ne forti quod absit sub huius privilegii obtentu animus gressusque rectitudinis ve-

¹) Dronke, Nr. 557 läßt ſie hier ohne Bedenken ſtehen.

²) Sie lautet: Proinde precipimus sub testificatione Christi et ecclesiae et auctoritate beati Petri apostoli confirmamus ut nullus hominum de rebus et reditibus seu de familiis quae ad stipendia fratrum vel ad hospitale pau- perum necnon ad portam hospitum pertinent auferre vel in beneficium suscipere persumat. sed magis sicut constituit beatissimus Christi martir Bonifacius qui in eodem feliciter pausat monasterio omnia regulariter ordinata sint, quae etiam deo prospicio inconvulsa permaneant tam haec quae suo tempore quam quae nostro vel futuro tempore idem monasterium ex decimis et oblationibus fidelium in proprietatem suscepit.