Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 1. Buch. Die Urkunden
Entstehung
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wähnen, wird derſelbe genannt, die verdächtigen Copien von 769, 784 und 812 abgerechnet, in den Bullen von 826, 850, 857, 859, 876, 891, 901, 917 und 936; bei dieſer Gruppirung iſt vorerſt von andern Zuſätzen, wodurch ſich dieſe Urkunden noch weiter unterſchei⸗ den, abgeſehen worden und lediglich maßgebend der Unterſchied, ob ſie ſpeciell des Biſchofs mit oder ohne Zuſatz erwähnen oder nicht, ſowie auch ganz abgeſehen iſt von dem Unſſande, daß die vier letzten Urkunden der obigen Reihe mit einer neuen, aber ebenfalls durch den liber diurnus verbürgten Arenga beginnen: Sum⸗ mam gerentes sollicitudinem omnium venerabilium locorum quan- tum ex divino adiutorio possibilitas datur de eorum stabilitate satagere studemus. Hoc namque studio et divina placatur ole- mentia et laus ecclesiae Christi procuratur. Nam potiori et nos fiducia pro impetranda venia delictorum aeternam pietatem audemus implorare; abgeſehen wird ferner davon, daß die Urkun⸗ den von 961, 969 und 995, mit der Arenga:„Desiderium, quod ad religionis propositum etc.“, zwar auch den Ausdruck:„privilegii sedis apostolicae infulis“ wieder bringen, während die Bullen, welche mit der Arenga, summam gerentes beginnen,„privilegiis apostoli- cae munimine“ dafür ſetzen und die Originalurkunde von 1024 die Arenga: Convenit apostolico moderamini etc. hat.

Bei dieſer Verſchiedenheit der vorliegenden Urkunden in der Beſtimmung der Befugniſſe des Ortsbiſchofs ſowie in der gänzlichen Außerachtlaſſung desſelben in mehreren Urkunden, entſteht natürlich die Frage, ob wir dieſe Zuſätze für echt und deren Faſſung nur als ſtiliſtiſche, abſichtliche Differenzen, oder ob wir ſie im Ganzen für interpolirt anzuſehen haben, der Art, daß der betreffende Paſſus der Bulle des Pabſtes Zacharias als durchaus nicht ver⸗ ſtümmelt und ſeinem ganzen Rechtsinhalte nach uns erhalten iſt. Der Zuſatz wegen des Ortsbiſchofs taucht zuerſt in den unechten und interpolirten Bullen, der Päbſte Stephan, Hadrian und Leo auf, er iſt ferner enthalten in der zweiten, offenbar in⸗ terpolirten Faſſung der Urkunde des Pabſtes Zacharias, kommt alſo vornherein ſchon nur in höchſt verdächtigen Schriftſtücken vor; ſteht dann ferner nicht im liber diurnus, wo er doch jedenfalls als ein offenbar wichtiger Zuſatz angedeutet worden wäre und ſteht nicht in der erſten Originalurkunde, die wir haben. Zu dieſen ſchweren Bedenken gegen die Echtheit dieſer Zuſätze kommt noch hin⸗ zu, daß gerade in jenen älteſten Zeiten, wie zur Zeit der Bulle Ha⸗ drians(748) die Diöceſanverhältniſſe noch keineswegs ſo feſtſtehende waren, wie ſich dieſelben im 11. Jahrhunderte ſchon herausgebildet