Aufsatz 
Das Wesen der Wärme : Versuch einer neuen Stoffanschauung der Wärme mit vergleichender Betrachtung der übrigen jetzt gebräuchlichen Wärmetheorien in allgemeinfaßlicher Darstellung / von Paul Reis
Entstehung
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b. Beſondere Nachrichten.

1) Durch Allerhöchſtes Dekret vom 29. April wurde Prof. Gredy auf ſein Nachſuchen in den Ruheſtand verſetzt, nachdem ihm durch Allerhöchſtes Decret von demſelben Tage das Ritterkreuz erſter Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmüthigen verliehen worden. Der einzige Grund, wodurch Prof. Gredy zum Nachſuchen um Penſio⸗ nirung ſich veranlaßt ſah, war ſein Gehörleiden, welches ſeit vielen Jahren langſam zugenommen, und trotz vielfacher ärztlicher Kuren, wofür noch vor einigen Jahren ein längerer Urlaub ertheilt wurde, keine Beſſerung zeigte. Um ſo mehr mußten wir dieſen lediglich äußerlichen Grund bedauern, als dadurch unſerm Collegium ein Mann entzogen wurde, der, als dem Dienſtalter nach älteſtes Mitglied desſelben, eine ſo lange Reihe von Jahren, ſeit 1827 dienſtlich beſchäftigt und ſeit 1833 definitiv angeſtellt, unſerm Gymnaſium angehört und mit dem Organismus und den ver⸗ ſchiedenen Beziehungen deſſelben ſich ſtets aufs ſorgfältigſte vertraut gehalten hatte; der mit dem treueſten Amtseifer und wiſſenſchaftlichen Streben ſtets einen ächt collegialiſchen Sinn verbunden, und noch fortwährend eine ſolche Liebe zu ſeinem Amte und dabei eine ſolche Friſche und Rüſtigkeit ſeines ganzen Weſens zeigte, daß für ſeine amtliche Wirk⸗ ſamkeit, ohne jenes Gehörleiden, noch eine lange Reihe von Jahren in Ausſicht ſtand. Am 23 Mai hatte der Unter⸗ zeichnete die Ehre, in feſtlicher Verſammlung des Lehrercollegiums und der Schüler die genannten Allerhöchſten Decrete mit dem ehrenvollen Zeichen Allerhöchſter Huld und Anerkennung, gemäß Auftrag und unter Beifügung beſonderer Anerkennung und Beglilckwünſchung Seitens Großherzoglicher Oberſtudiendirection, dem verehrten Collegen zu überreichen.

2) In erſchütternder Weiſe, die durch öffentliche Blätter bereits in weiteſten Kreiſen bekannt geworden, verlor die Anſtalt einen andern Lehrer im kräftigſten Lebensalter durch plötzlichen Tod. Am 19. Juni befand ſich Dr. Munier in dem Schwimmbaſſin der Ohaus'ſchen Badeanſtalt; durch ein unglückliches Zuſammentreffen geſchah es, daß ein anderer Schwimmer bei dem gewöhnlichen hohen Kopfſprunge auf den Kopf des Dr. Munier traf, der von der heftigen Er⸗ ſchütterung betäubt ſofort unterſank und bei dem hohen Waſſerſtande trotz aller Bemühung nicht gerettet werden konnte. Ein ſolches Ereigniß ſpricht zu laut durch ſich ſelbſt, als daß wir dem Schrecken und der Theilnahme, womit es all⸗ gemein vernommen wurde, hier noch beſonderen Ausdruck zu geben hätten. Ein großer feierlicher Zug geleitete den Hingeſchiedenen zu Grabe, wobei die Theilnahme um ſo größer war, da derſelbe zugleich Mitglied des Stadtraths geweſen. Feierliche Exequien in der Gymnaſialkapelle gaben dem Andenken an den fräh Verſtorbenen die letzte Weihe. Jakob Munier war geboren zu Mainz am 28. December 1814, hatte ſeine Facultätsprüfung, womit zugleich die Promotion zum Dr. phil. verbunden war, im Mai 1837 zu Gießen beſtanden, ſich ſpäter wiederholt und mehrere Jahre hindurch zu Paris aufgehalten, im J. 1844 den Acceß am hieſigen Gymnaſium angetreten, und war ſeit Jan. 1847 definitiv angeſtellter Lehrer desſelben. Unermüdliche wiſſenſchaftliche Strebſamkeit, gewiſſenhafte Amtsführung, belebender Eifer im Unterricht, herzlich collegialiſcher Sinn und liebevolles Verhältniß zu den Schülern bilden die Grundzüge des Andenkens, das ihm die Anſtalt bewahrt.

3) Durch Hohe Verfügung Großherzoglicher Oberſtudiendirection vom 2. Juni wurde der bisherige Repetitor Dr. Schall zum proviſoriſchen Lehrer am hieſigen Gymnaſium ernannt..

4) Durch Hohe Verfügung Großherzoglicher Oberſtudiendirection vom 2. Juni wurde der Gymnaſiallehramts⸗Candidat Peter Danz zum Repetitor am hieſigen Gymnaſium ernannt, woran er früher Schüler geweſen und ſpäter auch ſei⸗ nen Acceß gehalten hatte.

.5) Die Vertheilung des Unterrichts, welche in Folge der genannten Veränderungen, unter Genehmigung Großherzoglicher Oberſtudiendirection, getroffen wurde, iſt oben bei den einzelnen Klaſſen näher angegeben worden. Dr. Schall begann die ſtellvertretenden Functionen für Prof. Gredy gleich mit dem Beginn des Sommerſemeſters, und führte zugleich die Repetitorfunctionen fort bis zum Eintritt des neuen Repetitors Danz im Juni. Das Klaſſenordinariat und die Unterrichtsſtunden des Dr. Munier in Sexta wurden dem Gymnaſiallehramts⸗Candidaten Dinges übertra⸗ gen, welcher am hieſigen Gymnaſium früher Schüler geweſen und ſpäter ſeinen Acceß gehalten hatte.

6) Bei einer längeren Erkrankung des Dr. Vogel, von Oſtern bis Pfingſten, wurde ſowohl durch den zeitigen Repetitor, als durch einzelne Collegen bereitwilligſt Aushülfe geleiſtet.