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bedeutender; bei der Ausſtrahlung aber wird der zugetretene Aether wieder frei und ſtrahlt ebenfalls theilweiſe hinaus; es wirkt alſo auch die materielle Beſchaffenheit des Körpers auf die Menge der aus⸗ geſtrahlten Wärme ein.—
Ueber die Geſchwindigkeit der ſtrahlenden Wärme beſtehen keine ſicheren Verſuchsreſultate; ſie kann nur wenig von der Geſchwindigkeit des Lichtes verſchieden ſein, denn das Sonnenlicht iſt immer mit Sonnenwärme verbunden. Der Vorgang bei der Strahlung hat jedenfalls zur Folge, daß jedes Atom der Aetherreihe, bei welchem die Stoßbewegung angelangt iſt, ein wenig voran und dann wieder zurück geſtoßen wird, daß alſo eine ſehr raſch vorübergehende Verdichtung des Aethers an dieſer Stelle ſtatt⸗ findet, und demnach die Wärmeſtrahlung mit einer in der Richtung des Strahles hin⸗ und hergehenden Bewegung der Atome verbunden iſt, während die Lichtſtrahlung in einer zum Strahl ſenkrechten Be⸗ wegung beſteht. Ein Atom kann aber nicht zwei Bewegungen gleichzeitig machen, ſondern höͤchſtens die beiden Einflüſſe zu einer dritten ſchiefwinkeligen Bewegung combiniren, in welcher demnach das Licht und die ſtrahlende Wärme gleichzeitig enthalten wären. Daraus ergibt ſich: die Geſchwindigkeit der ſtrahlenden Wärme iſt der des Lichtes gleich, und, ſobald beide verbunden auftreten, muß die Verbindung auch eine ſehr innige, weil an eine und dieſelbe Bewegung derſelben Aetheratome ge⸗ undene ſein, weßhalb die Lichterſcheinungen alsdann von ganz entſprechenden Wärmeerſcheinungen be⸗ gleitet ſein müſſen. So erklären ſich die vielen Uebereinſtimmungen zwiſchen Licht und ſtrahlender Wärme, die zu der Anſicht von der Identität beider geführt haben.
Betrachten wir nun die Wirkung der ſtrahlenden Wärme auf Körper, ſo wie umgekehrt den Ein⸗ fluß der Körper auf die Wärmeſtrahlen. Treffen die durch Strahlung in Stoßbewegung befindlichen Atome des Luftäthers auf den ebenſo dichten freien Aether eines Körpers, hinter welchem ſofort in der zweiten Atomſchichte gebundener Aether ſteht, ſo wird der freie Aether der erſten, ſodann der gebundene Aether der zweiten verdichtet, an welchem Vorgang ſowohl der benachbarte gebundene Aether der erſten, als der freie der zweiten Schichte Theil nehmen müſſen. Dieſe Verdichtung ſchreitet langſam fort und hat eine allmälige Erwärmung des Körpers zur Folge, die mit der Leitung vollkommen übereinſtimmt. Die eingetroffenen Wärmeſtrahlen d. i. die angekommenen Aetheratome ſind in den Körper aufgenom⸗ men worden und haben dieſe Erwärmung bewirkt, ſie ſind, wie man ſagt, verſchluckt oder abſorbirt worden. Die Menge der in den Körper eintretenden Aetheratome hängt nicht nur von der Temperatur der Wärmeſtrahlen d. i. von der Menge der eintreffenden Aetheratome ab, ſondern auch von der Lagerung der äußerſten Körperatome und dem Verhältniß zwiſchen der freien und gebundenen Aether⸗ menge, alſo von denſelben Umſtänden ab, welche auch die Ausſtrahlung oder Emiſſion bedingen. Daraus folgt der Satz von Leslie: die Abſorption eines Körpers iſt ſeiner Emmiſſion gleich, ein Satz, der in der neueſten Zeit von Kirchhoff':) eine verallgemeinernde Umformung erhalten hat.
Treffen dagegen die Aetheratome direkt auf gebundenen Aether, ſo werden ſie ſchon an der äußer⸗ ſten Oberfläche zurückgeworfen, ohne dabei, wie die erſt an der zweiten Atomſchichte zurückgeſtoßenen, die Möglichkeit eines Nachſtoßes zu haben. Sie treffen auf dichteren Aether, verhalten ſich alſo ähn⸗ lich, wie eine elaſtiſche Kugel, die gegen eine feſte Wand ſtößt: ſie fliegen in einer ſolchen Richtung zurück, daß der Reflexionswinkel dem Einfallswinkel gleich iſt. Liegen dabei die Körper⸗ atome einander ſo nahe, daß nur die hervorragendſten Stellen der kugeligen Aetherhüllen ge⸗ troffen werden können, ſo haben alle zurückgeworfenen Strahlen dieſelbe Richtung, da die getroffenen Stellen alle dieſelbe Richtung haben; es findet dann ganz regelmäßige Reflexion ſtatt. Dies wird aber nie der Fall ſein können; denn immer müſſen viele von den eintreffenden Aetherſtrahlen auch andere Stellen der kugeligen Aetherhüllen treffen, als die erhabenſten und zwar um ſo mehr, je mehr die
1¹) Kirchhoff, Poggendorff's Annalen, Band 109. . 5


