auch, wie bei uns, unerklärt, warum dichter Waſſerſtoff beſſer leitet, als dünner, wie die Verſuche von Magnus ergeben. Clauſius folgert ſogar aus ſeinen Rechnungen, daß die Warmeleitung der Gaſe von dem Druck auf dieſelben, alſo auch von der Dichte, unabhängig ſei, was innerhalb gewiſſer Grenzen der obigen Anſchauung entſpricht.
§. 31. Die Wärmeſtrahlung.— Trifft neu entwickelter Aether auf eine Reihe freier Aether⸗ atome, ſo wird das letzte Atom der Reihe fortgeſtoßen, während die ſeitlich liegenden unberührt bleiben. Hieraus folgt ſofort, daß die Wärmeſtrahlen gerade Linien ſind, die von der Wärmequelle ſowohl in der Luft, als im leeren Raum nach allen Richtungen gehen, da in beiden nach allen Rich⸗ tungen freier Aether vorhanden iſt. Die Zahl dieſer von einer Wärmequelle ausgehenden Strahlen iſt zwar ſehr groß, kann ſich aber unterwegs nicht vermehren; die gleichzeitigen Enden derſelben bilden eine Kugelfläche, denn in einem nach allen Richtungen gleich dichten Aether müſſen die Strahlen ſich gleich ſchnell fortpflanzen; dieſelbe Strahlenmenge vertheilt ſich daher auf Kugelflächen von wachſender Größe, die ſich bekanntermaßen wie die Quadrate der Halbmeſſer verhalten; auf Flächenſtücke von gleicher Größe zweier Kugelflächen aber vertheilen ſich dann die Strahlen im umgekehrten Verhältniß der Kugelflächen, woraus ſich der Satz ergibt: die Stärke der Wirkung der ſtrahlenden Wärme ſteht im umgekehrten Verhältniß mit dem Quadrat der Entfernung.— Jeder Körper enthält freien Aether; iſt der der Umgebung eben ſo dicht, als jener, ſo findet Gleichgewicht ſtatt: der Körper wird demnach keine Wärme ausſtrahlen. Die Stoffanſchauung bedarf alſo des beweglichen Gleichgewichtes nicht. Iſt aber der freie Aether der Umgebung dünner, als der des Körpers, ſo über⸗ wiegt die Abſtoßung des Aethers im Körper und treibt einen Theil desſelben hinaus. Jeder Körper ſtrahlt alſo Wärme aus, wenn ſeine Umgebung weniger warm iſt, als er ſelbſt, eine Erſcheinung, welche darauf hindeutet, daß ſtrahlende Wärme und Licht nicht in ihrem inneren Weſen identiſch ſind, ſonſt müßte Licht entſtehen, wo ſtrahlende Wärme auftritt, was nicht der Fall iſt. Es muß ein ſtärkerer Unterſchied zwiſchen beiden ſein, als die verſchiedenartige Einwirkung eines und desſelben Agens auf das Auge und das Gefühl; alle Körper können Wärme ausſtrahlen, aber nur in beſonderen Fällen Licht. Wärme und Licht ſind alſo nicht identiſch.—
Die Stärke der ſtrahlenden Wärme hängt nicht bloß von dem Wärmeunterſchied zwiſchen dem ſtrahlenden und beſtrahlten Körper ab, ſondern auch von dem Winkel, den die austretenden Strahlen mit der Körperoberfläche machen oder auch von dem Winkel, den ſie mit dem Loth cuf dieſer Fläche
„ bilden und den man Ausſtrahlwinkel nennt. Treten die Aetheratome ſchief,
s etwa in der Richtung ac zwiſchen den Körperatomen a und b heraus, ſo
werden um ſo viel weniger Aetheratome getroffen, als die Linie ad kleiner
iſt, wie ab; das Verhältniß der Linie ad aber zur Linie ab bezeichnet
man mit dem Ausdruck des Coſinus von Winkel. Daraus ergibt ſich
Z. das Fourier'ſche Geſetz: die Intenſität der Wärmeſtrahlen iſt proportional dem Coſinus des Ausſtrahlwinkels.
Die Menge der Wärme, die ein Körper ausſtrahlen kann, muß auch noch von der Beſchaffenheit ſeiner Oberfläche abhängig ſein; ſind die Körperatome weit von einander, ſo kann mehr Aether unter übrigens gleichen Umſtänden austreten, als bei größerer Nähe derſelben. Je lockerer alſo die Oberfläche eines Körpers iſt, deſto ſtärker iſt ſeine Ausſtrahlung unter übrigens gleichen Umſtänden. Schwarze Körper ſind ſolche, welche gar kein Licht zurückwerfen und zerſtreuen, ſondern alles Licht in ſich aufnehmen und meiſt in ſich vernichten; dies iſt aber nur möglich, wenn die Atome an der Oberfläche einen ſo großen Abſtand von einander haben, daß Aetherſchwingungen ungehindert eintreten können; ſchwarze und lockere Körper, wie Ruß, müſſen daher die ſtärkſte Wärmeausſtrahlung zeigen. Iſt die Menge gebundenen Aethers groß, ſo iſt auch deſſen Vermehrung bei der Erwärmung
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