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cantenjahres noch drei Jahre lang Unterricht in den mathematiſchen und naturwiſſenſchaftlichen Fächern. Von 1860 bis 1869 war er Inhaber und Leiter einer Privatknabenſchule, die den Charakter einer gehobenen Bürgerſchule hatte, und lebt nun als Privatmann hierſelbſt.
Janſon, Johann Auguſt Martin, geboren am 7. Januar 1816 zu Elxleben, Kreis Erfurt, beſuchte die Landſchule zu Haßleben und ſodann 1831—34 nach privater Vorbereitung das Lehrerſeminar zu Weimar, welches, von Joh. Gottfr. Herder gegründet und nach deſſen Grundſätzen eingerichtet, damals unter der Leitung von Schulrath Schweitzer ſtand. Letzterer ſchenkte J. beſonderes Ver⸗ trauen und übertrug ihm als erſtes pädagogiſches Amt den Unterricht ſeiner eigenen Kinder. Von 1834— 39 wirkte J. als Lehrer zu Steinsdorf(Großh. Weimar). Das Studium der pädagogiſchen Schriften Graſer's bewog ihn, auf Ferienreiſen Schüler desſelben aufzuſuchen und bei ihnen zu hos⸗ pitiren. Bei einem ſolchen, Offinger in Bayreuth, lernte ihn der damalige Rector der Bürgerſchule zu Jena Dr. H. Gräfe kennen und ſchätzen und berief den jungen J. 1840 an ſeine Anſtalt. Hier hörte er nun Vorleſungen an der Univerſität und unterrichtete daneben noch 2 Altenburger Prinzen, den nachmaligen regierenden Herzog und deſſen Bruder. Als Gräfe 1842 hierher berufen wurde, zog er Janſon an die zu gründende Anſtalt. Das Jahr 1848 mit ſeinen Bewegungen war auch für Janſon's ſpätere Lebensſchickſale entſcheidend. Als Vorſtandsmitglied des„Vereins zur Wahrung der Volksrechte“ wurde er zwar nicht, wie Gräfe, vor ein Kriegsgericht gezogen, wohl aber mit Strafbayern ſchwer gemaßregelt. Gräfe hatte inzwiſchen nach Bremen eine ehrenvolle Berufung erhalten und eine neue R in's Leben gerufen. Sein Wunſch, Janſon in eine der nöthigen Lehrer⸗ ſtellen einrücken zu ſehen, ſcheiterte an den damaligen außerordentlich niedrigen Gehaltsſätzen. Als jedoch 1859(ebenfalls von Gräfe) eine neue Privat⸗Töchterſchule zu Bremen gegründet worden war, und es ſich um Berufung eines Leiters für dieſelbe handelte, da entſchloß ſich J. dieſe zu über⸗ nehmen. Am 4. VI. 60 begann er ſeine dortige Thätigkeit, verband mit ſeiner Anſtalt noch einen Kindergarten, ein Gouvernanteninſtitut und eine Fortbildungsanſtalt, für welche Anſtalten er 1865 ohne irgend eine Beihülfe aus öffentlichen Mitteln aus eigener Kraft ein großartiges Schulgebäude neu errichtete. Er erlag einem auszehrenden Leiden am 17. November 1878.(Ausführlicher Nekrolog Janſon's von Prof. Dr. F. Buchenau findet ſich in der Beilage zu Nr. 12440 der Weſerzeitung vom 24. XI. 78.)— Er gab mit Gräfe und Kellner(damals in Heiligenſtadt) heraus:
Eine„Zeitſchrift zur Förderung des Realſchulweſens.“— Progr.⸗Abh. ſiehe unter II, 1857.— Pädagog. Artikel in
den Mittheilungen aus der Realſchule und Töchterſchule zu Bremen:„Für das Elternhaus.⸗
Dr. Ide, Heinrich, geboren am 9. Januar 1851 zu Truſen im Kreis Schmalkalden, beſuchte von
0 63 bis O 68 das G zu Fulda und dann bis O 70 dasjenige zu Hersfeld. Nach abgelegtem Abiturientenexamen ſtellte er ſich freiwillig und machte im Inf.⸗Regiment Nr. 88 den Feldzug mit. Darnach ſtudirte er von H 71 ein Jahr lang auf der Univerſität zu Berlin und von H 72 bis O 76 in Marburg Mathematik und Naturwiſſenſchaften. 7. VIII. 76 wurde er, nachdem er im Mai 76 das ex. pro fac. in Marburg beſtanden hatte, beauftragter und 4. I. 78 ordentl. Reallehrer. 13. XI. 76 war er von der Marburger Univerſität zum Dr. phil. promovirt worden. Er iſt am 14. Oktober 1887 an Pleuritis geſtorben. Sein Nachfolger wurde Dr. Knabe.(Nekrolog von Dr. A. in Zeitſchrift für math. Unterr XIX, S. 74 bis 75. Leipzig 1888).— Er ſchrieb: Beitrag zur analytiſchen Behandlung der ſphäriſchen Kegelſchnitte. Marburg 76.— Denkſchrift, betr. die Verh. der Lehrer an den unvollſt. höh. Lehranſtalten. Kaſſel 1887.— Beiträge zum Aufg.⸗Repertorium der Zeitſchrift für mathem. Unterr. XVIII, S. 128— 129. Leipzig 1887.—
Jeſtädt, Friedrich Wilhelm, katholiſch, geboren zu Fulda am 4. Auguſt 1865, ging 15. März 1886
mit Maturitätszeugniß vom Fuldaer G ab, ſtudirte 1 Semeſter in Würzburg, 6 ½ Semeſter im Prieſterſeminar ſeiner Vaterſtadt. Von 1. I. 90 bis 1. V. 90 war er Kaplan in Schmalnau i. d. Rhön,


