III. Chronik der Schule.
Das Schuljahr begann am 6. April 1891 und schließt am 9. April 1892.
Der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. wurde am 27. Ja- nuar durch einen feierlichen Aktus in der Aula begangen. Die Pestrede hielt der ordentliche Lehrer Herr Sittig.
Als vaterländische Gedenk- und Erinnerungstage wurden die Geburts- und Todestage Seiner Hochseligen Majestät Kaiser Wilhelms I. und Seiner Hochseligen Majestat Kaiser Friedrichs und der Sedanstag begangen.
Der herkömmliche Frühlingsausflug wurde am 12. Mai von sämtlichen Klassen unter- nommen..
Der Hitze wegen wurde der Unterricht an einem Nachmittage ausgesetzt.
Vier Nachmittage wurden den Schülern zum Schlittschuhlaufen freigegeben.
Das Lehrerkollegium bestand im Schuljahre 1891/92 aus folgenden Mitgliedern: dem Direktor Dr. Emil Scholderer; den Oberlehrern Dr. Heinrich Reichenbach, Dr. Otto Rausen- berger und Otto Morin; den ordentlichen wissenschaftlichen Lehrern Dr. Wilhelm Schauf, Dr. Oskar Winneberger, Dr. Karl Gran, Heinrich Müller, Edmund Sittig, Dr. August Euler, Dr. Ferdinand Kuhl, Dr. Adolf Collischonn und Heinrich Weiss; dem ordentlichen Zeichenlehrer Hermann Hein; den ordentlichen Elementarlehrern Friedrich Fertig, Wilhelm Pietzsch, Gustav Jasper und Peter Rodenbusch; den wissenschaftlichen Hilfslehrern Theodor Morin(mit voller Stundenzahl), Peter Schmittmann(16 Stunden), Sanders(6 Stunden im Sommersemester), Presber (6 Stunden im Wintersemester).
Seine Majestàt geruhten dem Direktor den Rothen Adlerorden vierter Klasse zu verleihen.
Der Gesundheitszustand der Lehrer war im allgemeinen ein günstiger; doch mußten die Herren Dr. Schauf an 12, Jasper an 21, Theodor Morin an 29 Tagen krankheitshalber ihren Unterricht aussetzen.
Zu militärischen UÜbungen war der wissenschaftliche Hilfslehrer Herr Theodor Morin vom 6. April bis zum 30. Mai, der ordentliche Lehrer Herr H. Weiss vom 1. Juni bis zum 4. Juli, der ordentliche Lehrer Herr E. Sittig vom 7. Juli bis zum 31. August beurlaubt. Deren Lehrstunden, wie die der durch Krankheit verhinderten Kollegen wurden großenteils von Lehrern der Anstalt übernommen; dankenswerte Beihülfe leisteten die Schulamtskandidaten Heimbach und Francke.
Der Gesundheitszustand der Schüler war ebenfalls ein guter. Leider verlor die Schule einen kaum eingetretenen Schüler der Sexta durch den Tod.
Die mündliche Prüfung der Abiturienten fand am 11. Februar 1891 unter Vorsitz des Herrn Geh. Raths Dr. Lahmeyer statt. Von den fünf Examinanden konnten drei auf Grund ihrer Klassenleistungen und schriftlichen Prüfungsarbeiten von der mündlichen Prüfung befreit werden.
Die schriftliche Prüfung der diesjährigen Abiturienten hat am 2., 3., 4. und 5. Februar 1892 stattgefunden, die mündliche, über welche das nächstjährige Programm zu berichten hat, wird Freitag den 18. Màrz abgehalten werden.


