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Am 31. Oktober, dem Reformationsfeste, fand die alljährlich wiederkehrende ge- meinsame Kommunion der evangelischen Lehrer und Schüler statt.
Dienstag den 21. Dezember gab der Gesangchor des Gymnasiums und ein seit dem Herbst bestehendes Orchester ein Weihnachtskonzert.
Die Weihnachtsferien nahmen am 23. Dezember mittags ihren Anfang und dauerten bis zum 6. Januar.
Vom 22.— 26. Februar fand die schriftliche, am 17. März die mündliche Entlassungs- prüfung statt. Die Funktionen des Königlichen Kommissars waren dem Direktor über- tragen worden. Sechs Schülern wurde die Reife zuerkannt.
An Kaisers Geburtstag nahmen die Lehrer und Schüler morgens 9 Uhr an dem Gottesdienste teil, von 10 Uhr an fand ein Aktus in der Aula statt, in welchem der Gymnasiallehrer Dr. Primer die Festrede hielt: über Lessing und Friedrich den Grossen. Zuletzt wurden die Abiturienten entlassen.
Die Klassenprüfungen wurden in herkömmlicher Weise im Laufe des Winter- semesters vorgenommen, und zwar mit der Sexta und Quinta am 18. Dezember, mit der Quarta am 4. Februar, mit der Unter-Tertia am 19. Februar, mit der Ober-Tertia am 4. Müärz, mit der Unter-Sekunda am 26. März, mit der Ober-Sekunda am 30. März.
Störungen des Unterrichts durch Erkrankung von Lehrern kamen nur selten vor; Herr Hilfslehrer Wiegandt und Herr Elementarlehrer Brückel mussten mehrmals wegen Erkältung ihre Stunden aussetzen und wurden dann durch andere Lehrer vertreten.
Personalnotizen über die neu eingetretenen Lehrer.
Karl Wiegandt aus Luckau in der Provinz Brandenburg erhielt seine Vor- bildung auf den Gymnasien zu Luckau und Guben. Seit Ostern 1877 studierte er in Berlin und Halle klassische Philologie. Am 6. August 1882 bestand er an der Univer- sitiit Halle das Examen pro fac. doc. Von Michaelis 1882 ab absolvierte er das pädago- gische Probejahr am Gymnasium zu Hanau und verblieb auch nachher noch als wissen- schaftlicher Hilfslehrer an derselben Anstalt. Im Herbste 1885 wurde er vom Königlichen Provinzial-Schulkollegium dem Gymnasium zu Dillenburg und Ostern 1886 dem zu Weil- burg in der gleichen Eigenschaft überwiesen.
Th. v. Seidel, geboren am 20. Januar 1861 zu Sichertshausen, Kreis Marburg, besuchte von Herbst 1874 bis Ostern 1882 das Gymnasium zu Hersfeld, studierte von Ostern 1882 bis Wintersemester 1885/6 in Marburg klassische Philologie und bestand am 25. Juni 1886 das Examen pro facultate docendi.
Wladislaus Patschovsky, geboren am 3. Oktober 1857 zu Breslau, besuchte das Gymnasium und von Ostern 1879— 1883 die Universität seiner Vaterstadt, auf welcher er Philologie, Geschichte und Geographie studierte. Von Ostern 1883 bis Herbst 1884 widmete er sich auf der Upiversität Marburg denselben Studien. Darauf bekleidete er auf Schloss Reisen(Provinz Posen) ein Jahr lang das Amt eines Hauslehrers. Am 19. November 1886 bestand er zu Marburg die Staatsprüfung.


