Aufsatz 
Mönchtum und Sarapiskult
Entstehung
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Ein anderes Weib ihr gegenüber auf einer andern Matratze. Sage ich zu ihr: deine Matratze besteht aus Gemüsepflanzen und Kohl; sie sitzt und bewegt sich nicht. Bei dem ersten dieser Traumgesichte können wir noch die Beziehungen ahnen. Ein Mann Namens Ptolemäus verlangt ein Orakel wegen seines kranken Kindes. Ob es der Gott von seiner Krankheit lösen wird oder nicht, will er durch die Incubation der«Besessenen» erfahren.

Ein anderer Traum, der auf demselben Papyrus steht und von demselben Nechthonbes herrührt und der sich, wie ausdrücklich gesagt wird,«von der Besessenheit der Zwillinge und von mir, der ich im Unglück bin und vom Hause», handelt¹).«Ich träumte, jemand spräche zu mir: Gieb mir die Haut deines Fußes, und ich gebe dir die Haut meines Fußes. Ich sage: Ich will nicht. Zu zweit: Ich träumte, das Haus werde abgerissen,.. indem(er) es schöner machte ²). Zu dritt: Ich träumte, ich hätte eine Taube. Sie fliegt mir aber aus der Hand, und ich laufe hinter ihr drein mit den Worten: Ich will sie nicht entwischen lassen. Ich greife sie wieder und nehme sie in meine linke Hand, und(halte sie fest), damit sie nicht wieder fortfliegt²). Zu viert: Ich träumte, zwei Frauen säßen mit einem Manne zusammen. Sie thun ihm schön und schwören so zu der heiligen Isis. Es ist offenbar, daß diese kurzen Notizen nur den Anhalt bieten sollen für die Auslegung, die den berufsmäßigen Traum- deutern, den vorwεoirat, die Par. 54, 78 genannt sind, zu geben oblag. Daher auch die sprunghafte Darstellung, in der nur die Traumbilder eben Erwähnung finden.

In dem Pap. Par. 51 erhalten wir einen etwas ausführlicheren Bericht von einem Traum, den Ptolemäus selbst in der Nacht vom 12. zum 13. Tybi des Jahres 160 hatte. Ich träumte, ich ginge von Süden nach Osten und fiele auf eine Spreu. Und südlich von mir war jemand, der sich an mir hielte. Auch er fällt hin, und meine Augen waren wie ge- schlossen. Plötzlich öffne ich meine Augen und sehe die Zwillinge in der Schule des Tothes. Sie riefen, ich antwortete...¹), denn ich habe mein Lager gewechselt. Ich hörte Tothes, der sprach: Ich bete. Was sagst du da? Ich habe dir die Zwillinge anvertraut und ich sehe, daß du sie prostituierst. Ich weine vor ihnen. Ich gehe hin, bis ich sie erfasse, und komme mit ihnen in das Quartier. Ich sagte zu ihnen: Ich habe noch kurze Zeit in dem Tempel(?) zu thun, und es wird früh sein, wie vorher. Ich sah eine von ihnen an einen dunkeln Platz gehen und sich ausspähend niedersetzen. Ich sah... sich niedersetzen. Ich sage zu Harmais, er solle schnell herankommen und noch anderes. Ich sah vieles und bat Sarapis und Isis: Komme zu mir, Göttin der Götter, sei gnädig, erhöre mich; habe Mitleid mit den Zwillingen. Du hast die Zwillinge dazu verdammt. Mich hast du mit meinen grauen Haaren erlöst; aber sieh, bald werde ich Ruhe haben. Sie aber sind Weiber. Wenn sie nicht blühen, so werden sie nie rein. Von dem folgenden Traum ist nur der Anfang noch übersetzbar, der Schluß so stark zerstört, daß man keinen Zusammenhang mehr in die Reste bringen kann. Der Anfang lautet: Ich träumte, ich wäre in Alexandria auf einem großen Turme. Ich hatte ein schönes Gesicht. Ich wußte es, ich wollte aber mein Gesicht nicht zeigen, weil es schön war. Eine alte Frau saß bei mir und eine Menge nördlich und süd- westlich von miré).... Aus dem ersten Traum müßten wir über die Stellung der beiden Priesterinnen Schlüsse ziehen, die damit stimmten, daß im Sarapeum auch Astartedienst ge- trieben wurde, wenn es nicht eben ein Traum wäre. Es geht also nicht an, aus diesen Traumbildern mehr zu entnehmen, als wir aus den andern Quellen belegen könnten. Daß man mit Schlüssen sehr vorsichtig sein muß, beweist auch das, was Ptolemäus hier von

1) Das kann sich auf die oben erwähnte Angelegenheit wegen des väterlichen Hauses beziehen, die den Ptolemäus zu einer Eingabe veranlaßte. 2) Im Text: vaxbyoyros abrhy; das Subj. fehlt. 3) Im Text: Bâsw, was ich nicht verstehe. Der Sinn ist wohl der der eingeklammerten Worte. 4) Die dazwischen stehenden Worte: 5να.. 1έ̈ d⁴αemρνοεει 2A Thy 55 5, dr us sind nicht mehr verständlich. 5) Die Ortsbezeichnungen werden von Ptolemäus stets so gewissenhaft angegeben, daß man darauf schließen muß, es sei gerade auf sie bei der Deutung besonders viel angekommen.

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