Aufsatz 
Mitteilungen über den Zweck, die Einrichtung und den Lehrplan der Anstalt
Entstehung
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examen im Frühjahr 1842, Anfangs 1843 mit der Verwaltung der Pfarrei Eſchborn beauftragt, im Apri

desſelben Jahres als Kaplan nach Wiesbaden, im Juli 1844 4 derſelben Eigenſchaft nach angtnſan Aprn verſetzt. Im April 1846 nahm er Urlaub auf unbeſtimmte Zeit in der Abſicht, ſich dem Lehrfach zu widmen, wurde das Jahr darauf als Lehrer an dem hieſigen Realgymnaſium beſchäftigt und im Herbſt 1847 als Colla⸗ borator an derſelben Anſtalt angeſtellt, 1853 zum Conrector ernannt und am 31. März 1857 bei der Gründung

der höheren Bürgerſchule mit dem Rectorat derſelben proviſoriſch beauftragt.

11 O. J. R. Ilgen, Sohn des Pfarrers K. Ilgen zu Naurod, iſt geboren am 17. Mai 1818, bezog, von ſeinem Vater vorgebildet, 1835 das Gymnaſium zu Weilburg, verließ dasſelbe 1836 mit dem Zeugniß guter Matnrität und ſtudirte von 1836 bis 1840 auf der Univerſität Marburg. Nach vierjährigen Studien in dem

philologiſchen Seminar von K. F. Hermann gewann er den akademiſchen Preis mit einer Abhandlung

de C. Rabirio perduellionis reo. Nach gut beſtandenem Staatsexamen und Abſolvirung des geſetzlichen Probecurſus wurde er durch Reſcript vom 10. Mai 1842 als Lehrer an das Pädagogium in Dillenburg berufen. Auf ſein Anſuchen von der Annahme dieſer Stelle dispenſirt(Reſcript vom 21. Juni 1842) begab

er ſich zu weiterer Ausbildung nach England, wurde 1845 zum Collaborator am Gelehrtengymnaſium in Wiesbaden ernannt, 1846 in gleicher Eigenſchaft nach Dillenburg verſetzt, 1850 ebendaſelbſt zum Conrector befördert und 1857 proviſoriſch an die höhere Bürgerſchule zu Wiesbaden berufen.

K. W. Unverzagt, geboren den 17. December 1830 zu Bad⸗Ems, evangeliſcher Confeſſion, beſuchte von

184450 das Realgymnaſtum zu Wiesbaden, ſtudirte von Oſtern 1850 bis Herbſt 1851 in Marburg, von da an bis Oſtern 1853 in Göttingen, wurde nach beſtandenem erſtem Staatsexamen unter die Candidaten des

höheren Real⸗Lehrfachs aufgenommen, hielt darauf von 1854 56 ſeinen zweijährigen Probecurſus am Real⸗ gymnaſium daſelbſt ab, ging gleich nachher im April 1856 nach Paris, lebte dort ein Jahr und hörte die Vor⸗ leſungen an der Sorbonne und an dem Collège de France. Im Begriff von Paris aus zu ſeiner weiteren Ausbildung auch England zu beſuchen, traf ihn daſelbſt die Aufforderung zu einer proviſoriſchen Anſtellung an der neu gegründeten höheren Bürgerſchule zu Wiesbaden, der er, mit einſtweiliger Aufgebung jenes Vorhabens,

Folge zu leiſten ſich entſchloß.. pr. J. Ph. Thielmann, ev. Confeſſion, geboren den 1. März 1812 zu Ballersbach, wo ſein Vater Lehrer war, beſuchte das Lehrerſeminar zu Idſtein von 1828 bis 1831 und wurde dann ſofort als Schulvicar zu Tringenſtein, mit welcher Schule nach einiger Zeit die zu Wallenfels combinirt wurde, angeſtellt. Kurze Zeit

verſah er die zweite Lehrerſtelle zu Rennerod. 1840 wurde er zum Lehrer der oberſten Mädchenklaſſe zu Langen⸗ ſchwalbach, 1842 zum Lehrer der oberſten Knabenklaſſe zu Dillenburg ernannt und am 1 October 1843 bei der Reorganiſation der Stadtſchulen zu Wiesbaden zum Lehrer an die zweite Abtheilung der Knabenklaſſen be⸗ fördert. Im Frühjahr 1847 ging er an die neu errichtete höhere Töchterſchule daſelbſt, als Lehrer über, und am 1. November 1852 wurde ihm die Oberlehrerſtelle an der erſten Abtheilung der Knabenklaſſen übertragen. Er promovirte im Sommer 1856 an der Univerſität zu Gießen. Im Frühjahr 1857 erhielt er an der neu

errichteten höheren Bürgerſchule eine Lehrerſtelle*). 1.. H. Henry, e 15. Mai 1829 1 Germiny, Depart. der Meurthe, katholiſcher Confeſſion, erhielt ſeinen erſten Unterricht bis zum 17. Jahre in der Schule ſeines Vaters und ſeines Bruders, hörte ſpäter die Vor⸗ leſungen des Cours supérieur an der école normale in Nancy, machte darauf ſein Examen für das höhere Lehr⸗ fach, wurde 1849 an der école supérieure in Pont- à Mousson angeſtellt, 1850 an eine gleiche Anſtalt in Chateau-Salins verſetzt. 1850 ging er mit Urlaub nach Deutſchland, nahm daſelbſt in dem Leyendecker'ſchen Inſtitut zu Wiesbaden eine Stelle an, in welcher er bis 1852 blieb. Von 1852 bis 1855 wirkte er an der hieſigen Handels⸗ und Gewerbeſchule des Herrn Dr. Schirm. Seit April 1855 war ihm der Unterricht der franzöſiſchen Sprache an der hieſigen Militär⸗Schule übertragen, und im April 1857 trat er in das Lehrercollegium der

höheren Bürgerſchule ein....... A. B. unterricht. 2 1. Allgemeines. 8. ah ilt

Es war die Abſicht, die höhere Bürgerſchule ſogleich mit den vier unteren Klaſſen zu eröffnen, ſodaß dieſelbe nach zwei Jahren ihre vollſtändige Ausdehnung von ſechs Klaſſen er⸗ langt haben würde. Die allgemeine Aufnahmeprüfung am 7. Mai v. J. brachte aber das Er⸗ gebniß, daß keine für die oberſte der vier Klaſſen befähigten Schüler vorhanden waren. Daher bietet das erſte Jahr der höheren Bürgerſchule nur drei Klaſſen dar, nämlich Kl. IV. III. und II.

*) Von ihm ſind im Druck erſchienen: 4) Methodiſch⸗deutſche Sprachlehre ꝛc. Darmſtadt. Jonghaus. 1835. 2) Methodiſch⸗praktiſches Handbuch der deutſchen Sprache, 2 Bde. Gießen. Heyer. 1839. 3) Vierſtimmige Maͤnnerchöre eme Sammlung ꝛc. Dillenburg, lithographiſche Anſtalt von Ad. Richter. 1843. 4) Methodiſch⸗praktiſcher Leitladen im Kopf⸗ oder Denkrechnen. Wiesbaden. Beyerle. 1844. 9) Crſter Religionsunterricht 1 Bdchen. Wiesbaden. Friedrich. 1848.(èlußerdem viele pädagogiſche Aufſätze in der Allgemeinen Darmſtädter Schulzeitung, dem Vorläufer, dem praktiſchen Schulmann und dem Naſſauiſchen Schulblatt).