Aufsatz 
Geschichte der Gründung und Einweihung des Gymnasiums zu Hanau. Festschrift zum 200jährigen Jubiläum : 2. Teil
Entstehung
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werden, eine eigene Schule zu haben und es dauerte lange, bis man ihnen unter mancherlei Hemmniſſen von Seiten des geiſtlichen reformierten Scholarchats nur die notdürftigſten Ein⸗ richtungen geſtattete*³⁴). Deſto eifriger fieng man allmählich an, beſonders von Seiten des reformierten Conſiſtoriums auf die Reſtauration der Anſtalt, hauptſächlich auf Wiedererhebung der Hohenlandesſchule zum Gymnasium illustre mit akademi⸗ ſchen Würden und Einrichtungen, wie namentlich auch auf Vollendung des ſchmählich darniederliegendenSchulbaus zu dringen und verſäumte es nicht, wiederholt auf den ſchweren in der Fundationsurkunde ausgeſprochenenSchulfluch*¹) hinzuweiſen, zu deſſen zeitiger Abwendung jetzt alles geſchehen müße. Und in der That, es ſah auch auf der Stätte, wo jetzt das Gymnaſialgebäude ſteht, wüſt genug aus: das Ge⸗ bäude, von dem, wie bereits erwähnt iſt, nicht viel mehr als das Fundament gelegt war, bot faſt eher den Anblick eines bis auf den Grund zerſtörten Hauſes, als den eines unvollen⸗ deten Neubaus dar; um daſſelbe lagen die Baumaterialien, das Bauholz und die auf dem Bauplatz angefahrenen Steine in friedlicher Unordnung nebeneinander. Vorerſt mußte jedoch dem Grafen eine andere Sorge näher liegen. Da für die lutheriſchen Einwohner Hanaus keine beſondere Kirche vorhan⸗ den war, ſo hatte Friedrich Caſimir ihnen bisher geſtattet, an dem Gottesdienſte in ſeiner Schloßkapelle Anteil zu nehmen und zugleich ſeinem Kaplan aufgetragen, den Schulunterricht der Kinder aus der lutheriſchen Gemeinde zu beſorgen. Bald aber erwieſen ſich doch bei dem ſich ſteigernden Wachstum der Gemeinde die Räumlichkeiten der Schloßkapelle als zu be⸗ ſchränkt und das Bedürfnis eines beſonderen Gotteshauſes für die Lutheraner wurde immer dringender. Dieſem Bedürfniſſe ſollte nun vor allem abgeholfen werden: im Jahre 1658 wurde der Bau einer lutheriſchen Kirche, der Johanniskirche, hegonnen und von dem damals in Hanau gegeuwärtigen Kur⸗