Aufsatz 
Schillerfeier des Friedrichs-Gymnasiums am 9. und 10. Mai 1905 : Festrede : [in Anschluß an Goethes Epilog zur Glocke] / Otto Paulus
Entstehung
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38 Durch Patent vom 27. Januar wurde dem Oberlehrer Dr. Piſtor der Charakter als Profeſſor verliehen.

Am 6. Februar beſuchte Herr Oberregierungsrat Dr. Pähler in Begleitung der Seminar⸗ kandidaten eine Unterrichtsſtunde des Kandidaten Benkert in Quarta.

Die ſchriftliche Reifeprüfung war vom 5. bis 9. Februar, die mündliche am 2. März unter dem Vorſitze des Herrn Provinzialſchutrat Dr. Baier und am 3. März unter dem des Direktors.

Am 27. Februar feierte das Gymnaſium die ſilberne Hochzeit Ihrer Majeſtäten des Kaiſers und der Kaiſerin. Die Aula war feſtlich geſchmückt und die Büſten des Kaiſerpaares prangten im Silberkranz, umgeben vom Schmuck grünender Pflanzen und Bäume. Nach dem Geſang der beiden erſten Strophen des LiedesLobe den Herrn ꝛc., folgte die Deklamation des Gedichtes Zur Jubelfeier von Johanna Baltz durch den Oberſekundaner Kreßner, dann wurden die beiden erſten Strophen des LiedesJeſu, geh voran ꝛc. geſungen, dem der Feſtvortrag des Profeſſors Stoll über unſer Kaiſerpaar folgte. Darauf trug der Schülerchor die Chorlieder aus Antigone vor, zwiſchen denen ein verbindender Text von dem Unterprimaner Falk geleſen wurde. Die Feier ſchloß mit einem Hoch auf die Majeſtäten und dem Geſang der erſten Strophe vonHeil Dir im Siegerkranz ꝛc

Auf ein Glückwunſchſchreiben des Direktors an die Majeſtäten zum Tage der ſilbernen Hochzeit ging tags darauf folgendes Telegramm ein:Ihre Majeſtäten der Kaiſer und die Kaiſerin laſſen für die treuen Segenswünſche herzlich danken. Auf Allerhöchſten Befehl der Geh. Kabinetsrat von Lucanus.

Am 28. Februar abends fand dann im Großen Stadtparkſaal zur Feier der ſilbernen Hochzeit unſeres Kaiſerpaares noch eine beſondere Feſtaufführung von Sophokles Antigone durch Schüler des Gymnaſiums unter Mitwirkung von drei jungen Damen ſtatt. Die Aufführung erfolgte nach der Überſetzung von Donner und mit der Muſik von Mendelsſohn⸗Bartholdy. Voraus ging ein Prolog, gedichtet von Profeſſor Dr. Brede und vorgetragen von Falk Ie. Die muſikaliſche Begleitung führte aus Kaiſer I2. Die handelnden Perſonen waren:

Antigone, Töchter des Odipus...... Frl. Frieda Brede.

Ismene, J und der Jokaſte...... Frl. Kläre Burchardi. Kreon, König in Theben......... Karl Collmar Ii. Eurydike, ſeine Gemahlin........ Frl. Charlotte Martin. Hämon, ihr Sohn, Antigones Verlobter... Walther Breiding II. Teireſias, Seher.......... Heinrich Falk I⸗. Wächter........ Walther Prinz Ie. Bote............... Robert Friderici I2. Chorführer............... Edgar Rack I⸗.

Chor thebaniſcher Greiſe: Primaner und Oberſekundaner.

Nach der Aufführung folgte noch ein geſelliges Zuſammenſein in den Räumen des Stadtparks.

Der Beſuch der Vorſtellung war ein überaus zahlreicher, und ſie fand, da ſie in jeder Hinſicht vortrefflich gelang, den lebhafteſten Beifall. Profeſſor Dr. Brede wurde zum Schluß für ſeine große Mühewaltung ein Lorbeerkranz überreicht.

Der Intendantur der Königlichen Schauſpiele ſei für die in freundlichſter Weiſe für die Auf⸗ führung zur Verfügung geſtellten Koſtüme und ſonſtiges Zubehör auch hier der verbindlichſte Dank