— 73—
tätsexamen und Tentamen unter die Zahl der Candidaten des Predigtamtes zu Hanau aufgenommen. Im März 1862 nahm er eine Stelle als Privatlehrer am Inſtitute der Herren Ruoff und Dr. Haſſel dahier an und verſah dieſelbe als Hauslehrer bis Anfang 1863. Um dieſe Zeit wurde er zum Hülfsprediger an die hieſige deutſche reformierte Ge⸗ meinde berufen und trat dieſe Stelle nach empfangener Ordination im Januar 1863 an. Bis zum Ende des vorigen Jahres blieb er in dieſem Amte thätig und beſchäf⸗ tigte ſich daneben noch mit Privatunterricht an einigen In⸗ ſtituten, namentlich bei den Herren Ruoff und Dr. Haſſel. Im October 1864 trat er als Vikar in die durch den Ab⸗ gang des Herrn Pfr. Grünewald vakant gewordene Lehrer⸗ ſtelle an die höhere Bürgerſchule ein und wurde zu dieſer Stelle als ordentlicher Lehrer dritter Gehaltsklaſſe durch Beſchluß Hohen Senates vom 31. Januar dieſes Jahres ernannt. Emil Scholderer ward am 13. Sept. 1831 zu Frankfurt geboren, ein Sohn des Lehrers an der Muſterſchule, J. C. Scholderer. Nachdem er die Muſterſchule und das Gymnaſium durchlaufen hatte, bezog er 1851 die Univerſität, und hielt ſich, dem Studium der Philoſophie, Philologie und Geſchichte obliegend, bis zum Jahre 1855 in Heidelberg und Berlin auf. Vor Beendigung ſeiner akademiſchen Stu⸗ dien machte er eine Reiſe durch Italien und verweilte darauf mehrere Monate in Paris. Im Jahre 1855 ward er an der Univerſität von Berlin auf Grund einer Diſſertation „Tanagraearum antiquitatum specimen“ und nach abge⸗ legtem Examen zum doctor philosophiae promoviert. Nach Frankfurt zurückgekehrt, unterrichtete er am Gymnaſium, ver⸗ ſchiedenen anderen öffentlichen und Privat⸗Anſtalten und ward am 7. März dieſes Jahres durch Hohen Senat zum Lehrer an der höheren Bürgerſchule ernannt.


