Aufsatz 
Zur Lage des Unterrichts- und Erziehungswesens
Entstehung
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Theilnahme an dieſem traurigen Ereignis. Die Schule, welcher Caſſian ſeit dem Frühjahr 1857 angehörte, und der er eine Stütze wie ein Schmuck war, wird ſeiner das darf ich mit Zuverſicht ausſprechen in treuſter Liebe und Dankbarkeit gedenken!

Dieſer ſchwere Verluſt fügte zu der bereits ſeit dem Juli 1864 beſtehenden Vakanz eine zweite hinzu. Ward es nunmehr zu dringender Pflicht, für Wiederergänzung der Lehrkräfte Sorge zu tragen, ſo war dieſe Aufgabe durch die traurige Entſcheidung über das ſo lange gehoffte Wieder⸗ eintreten Caſſian's inſofern erleichtert, als nun durch die Beſetzung beider Stellen die Schwierigkeit gehoben werden konnte, welche für die Erſetzung des Herrn Pfarrers Grüne⸗ wald beſtanden hatte. Hatte dieſer nemlich mit Religions⸗ unterrichte neuſprachlichen Unterricht verbunden, ſo ließ ſich nun mit dem erſtgenannten Unterrichte ein Theil des erledigten geſchichtlichen und geographiſchen kombinieren, während bei der Beſetzung der zweiten Stelle der neuſprachliche Unterricht in den Vordergrund treten konnte.

Hochwürdige Konſiſtorien pflichteten dieſen Erwägungen bei, ſo daß noch am 31. Januar Herr Prediger Otto Schäfer aus Hanau, um 7. März Herr Dr. Emil Scholderer zu ordentlichen Lehrern an der höheren Bürgerſchule ernannt wurden; beider Lebensabriſſe folgen weiter unten.

Wir leben ſonach in der frohen Hoffnung, Oſtern 1865 den neuen Jahreskurs mit vollſtändigem Lehrperſonal, mit auf allen Punkten verjüngter Kraft beginnen zu können; denn auch Herr Kollege Dr. Ulbrich wird zu unſrer herz⸗ lichen Freude im Stande ſein, ſeine von uns lebhaft geſchätzte Wirkſamkeit mindeſtens nach Oſtern wieder aufzunehmen.

Bei einem Lehrerkollegium von 27 Lehrern und 4 Lehrerinnen kann freilich kein Semeſter, am wenigſten