Aufsatz 
Zur Lage des Unterrichts- und Erziehungswesens
Entstehung
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gebildetſein gleichbedeutend zu ſein ſcheint, in ihren Lebens⸗ beruf über. Befremdlich iſt das namentlich bei ſolchen, welche Kaufleute werden, da nicht abzuſehen iſt, wie eine erfolg⸗ reiche Betreibung dieſes Berufes auf ſo unvollkommner, un⸗ ſicherer Bildungsgrundlage gelingen kann. Möchte man ſich durch die Lehrlingsjahre nicht täuſchen laſſen, in denen aller⸗ dings bisweilen größere Anforderungen an Wiſſen und Können nicht gemacht zu werden ſcheinen, während unzweifelhaft das ſpätere Leben dem jungen Kaufmanne ſolche nicht erlaſſen wird.

Unſer Kollegium vervollſtändigte ſich mit Beginn des neuen Schuljahres durch die Ernennung des Herrn Dr. Hugo Ulbrich, ordentlichen Lehrers an der Realſchule zu Crefeld, in die bisher noch unbeſetzt gebliebene 7. Stelle der 3. Ge⸗ haltsklaſſe. Der Neuernannte, deſſen kurze Lebensbeſchreibung am Schluſſe der Chronik folgt, trat ſein hieſiges Lehramt am 6. Juni 1864 an, nachdem bis dahin die ihm über⸗ tragenen Unterrichtsſtunden in der franzöſiſchen und engliſchen Sprache von Herrn Collonel, deſſen freundlicher Bereit⸗ willigkeit zur Aushilfe ſchon früher gedacht wurde, verſehen worden waren.

Zugleich wurde in Folge der oben erwähnten Ver⸗ mehrung der Klaſſen Herr Adam Lack, bisher Hilfslehrer an der Schule zu Oberrad, an unſre Schule in der Eigen⸗ ſchaft eines Hilfslehrers berufen und ihm zunächſt die Führung der 9. Knabenklaſſe übertragen. Da in der Mädchenſchule die Zahl der Stunden in weiblicher Handarbeit zunächſt um 6 wöchentliche Stunden zunahm, wurde Fräulein Mathilde Helmsdörffer von hier als Hilfslehrerin zugezogen; ſie übernahm dieſen Unterricht in der 8. Klaſſe.

Allein dieſe erfreuliche Vollſtändigkeit unſers Kollegiums dauerte nur bis zu den Sommerferien, indem unſer lieber Kollege Prediger Grünewald von der lutheriſchen Gemeinde