Aufsatz 
Kritische und erklärende Bemerkungen zu Sophokles' Aias / R. Paehler
Entstehung
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überlieferte Lesart überhaupt nicht preisgeben, so sollte man doch kurzweg sagen:„Der Dichter zeigt hier eine erstaunliche Unkenntnis höchst einfacher metallurgischer Vorgänge, die zu seiner Zeit, wie aus Homer, Hesiod, Hippokrates und Plato zu erweisen ist, allgemein bekannt waren, und bedient sich eines Vergleiches, der in der Sache wie im sprachlichen Ausdruck dem gesunden Menschenverstande ins Gesicht schlägt“. Wenn einer den Mut hat die Stelle in dieser Weise zu erklären, so werde ich mit ihm nicht rechten.

Der geneigte Leser wolle es verzeihen, daſs ich mich auf die Abweisung der von meinen Gegnern aufgestellten Erklärungen so ausführlich eingelassen habe. Es geschah in der Hoffnung, die vorliegende Streitfrage damit endlich zum Abschlusse zu bringen.

Ich erlaube mir jetzt zu den Ausführungen meines ersten Aufsatzes noch einige Ergänzungen zu geben, die besonders die Bedeutung des von mir statt 3a†ρ in Vorschlag gebrachten Wortes 8αυν näher erläutern sollen. Bellermann hat es bedenklich gefunden, ein sonst bei keinem Schriftsteller vorkommendes, nur aus Hesychios geschöpftes Wort dem Sophokles„aufzunötigen“. Nun ist aber zunächst in Betracht zu ziehen, dafs ein Wort, das bei Hesychios überliefert ist, durchaus keine schlechte Gewähr für sich hat. Bekanntlich ist das Lexikon des Hesych eine wichtige Quelle für unsere Kenntnis der griechischen Sprache und Litteratur, da in ihm zahlreiche Stellen der alten Schriftsteller und eine aufserordentliche Menge technischer Ausdrücke, seltener Wörter und Redensarten und besonderer Wort- formen uns erhalten sind. Seit den Tagen Ruhnkens ist es für die Erklärung der Klassiker und die Herstellung der Texte von dem grölsten Nutzen gewesen und hat auch für die Emendation des Sophokles bisher schon gute Dienste geleistet. Beispielsweise lautet Vers 656 des Aias in den Handschriften: uIν 9 eꝓν ε αλμενοωρ☚ Se. Dagegen heiſst es bei Hesychios: 8Eαϋ μαάα£εννα̈ειανμμσν. Loqozxs Aluτr aσιος Obwohl der mediale Aorist zu eaxltνοαν sich sonst nirgendwo findet, hat Bellermann nach dem Vorgange von Brunck und anderen Herausgebern auf das Zeugnis des Hesychios hin gegen die handschriftliche Überlieferung die Form E5alνενμαα aufgenommen, und zwar mit vollem Rechte. Preilich ist in der Erklärung, die Hesych von Gaben giebt:„xιυeν Tovevrior“ nicht gesagt, daſs Sophokles das Wort gebraucht habe, allein daraus folgt doch nicht das Gegenteil. Hat man ja auch in sonstigen Fällen derselben Art keinen Anstols genommen, aus Hesych oder anderen Lexikographen eine unzweifelhaft verderbte Stelle zu verbessern. Blümner wendet(Tech- nologie IV 348) ein, dals Sophokles den Ofen schwerlich mit dem„seltenen Fachausdrucke Gaνν be- zeichnet haben würde. Auch dieses Bedenken ist hinfällig, da der Dichter einmal überhaupt seltene Wörter in grolser Zahl verwendet(im Aias allein 26 des de„rμενα) und andererseits sich nicht scheut Fachausdrücke und zwar ganz seltene Fachausdrücke zu benutzen. Für das letztere nur ein Beispiel! In Pollux' Onomastikon wird uns(X 190) aus der Sophokleischen Tragödie Aixruονα'es ein Vers überliefert, der nach feststehender Verbesserung folgendermaſsen lautet: aœσσακιι ⁴μεν εμιν εεννς ueν αrer.(Dindorf, fragm. 33.) Der Held, dem die Worte in den Mund gelegt sind, sagt von seinem Schilde, daſs er in den Kämpfen durchlöchert worden sei(ωνmμαφe eine sich nicht weiter findende Neubildung= viele Augen haben), und zum Vergleiche zieht er eine Thonform herbei, in welche der Erzgieſser das wächserne Modell setzt, nach dem die Statue gegossen werden soll. Das Substantiv Xi*νο⁸, welches den aus Thon geformten durchléöcherten Mantel bezeichnet, ist ein Kunstausdruck, der in diesem Sinne äuſserst selten vorkommt. Im Vergleich damit ist Babyn ein viel bekannteres Wort gewesen, da es nur die weibliche Nebenform eines nicht ungewöhnlichen Ausdrucks war.

Das Masculinum 8aαν½ν⁹ς(nach attischer Betonung 3 νιπνοοα) kommt in einem Fragment des Eratosthenes vor, einer Stelle der a³αυαπνmπνοιιαιιεμρνηρσ,σ des Herakleitos und einer Stelle der Abhandlungen des Maximos Tyrios und wird aufserdem von alten Lexikographen und Erklärern häufig erwähnt. In dem Fragmente des Eratosthenes(vermutlich aus seinem Gedichte„HHuνονν)„Hεοαον νσ ιi νςαν̈ανπσο a“ bedeutet das Wort