Aufsatz 
Kritische und erklärende Bemerkungen zu Sophokles' Aias / R. Paehler
Entstehung
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Umfange bei den vorzüglicheren Waffen und Werkzeugen und auch nur in hervorragenderen Werkstätten zur Anwendung kam, ja vielleicht mit einem ähnlichen Geheimnis(i1) umgeben war, wie es heute(?) bei den Damaszenerklingen der PFall ist.“ so liegt hierin schon ein ganz ausreichendes Zugeständnis. Denn es wird doch wohl die Frage gestattet sein, wie Sophokles dazu kam, dieses seltene, unbekannte und vielleicht in ein Geheimnis gehüllte Verfahren zu seinem Vergleiche zu verwenden und diesen Vergleich obendrein durch Worte auszudrücken, die nach ihrer allgemein feststehenden Bedeutung unbedingt in einem der Absicht des Dichters gerade entgegengesetzten Sinne aufgefalst werden mufsten. Schlenger hat im Beginne seines Aufsatzes als notwendige Voraussetzung für die Möglichkeit der Lesart Baαρρπ πιμυννιννν ausdrücklich die Bedingung gestellt, dals Sophokles die Kenntnis von dem Ölbade bei seinen Lesern und Zuhörern habe voraussetzen dürfen(s. oben S. 7), und nun redet er von der Seltenheit. Unbekanntheit und gar von einem Geheimnis des Verfahrens!! So schlägt er sich auch hier wieder mit seinen eigenen Waffen.

or schlielst wie folgt:„Somit dürfte die Notwendigkeit einer Anderung des Textes an unserer Stelle beseitigt sein und damit auch die 8avyn Paehlers.... Samt ihren weiteren Anhängseln ver- schwinden“. Ich denke, er wird jetzt selbst zu der Einsicht gekommen sein, dals Ausführungen wie die seinigen nicht darnach angethan sind, meiner Untersuchung irgend welchen Abbruch zu thun. Es ist ihm nicht gelungen auch nur in dem geringfügigsten Punkte meine Darlegungen zu entkräften.

Hiernach verbleibt es bei dem früher gewonnenen Ergebnis. Will man die Worte 8†ꝓρ☚ οεε⁹ινιρε ⁶

nicht zu dem vorhergehenden szaoréοowy ziehen,— und dem stehen allerdings erhebliche Bedenken ent- gegen ¹), wenn es auch in technischer Hinsicht richtig wäre, vergl. Progr. 1885 S. 2 f.— so erübrigt nur

der Ausweg, die Lösung der Schwierigkeit im Sinne der von mir empfohlenen Emendation 8νυν zu suchen. Man mag sich winden und drehen, wie man will, um an dieser Alternative vorbeizukommen, es ist zu nichts nütze und führt nur zu weiteren Verlegenheiten. Das möge noch an dem Versuche nach- gewiesen werden, mit dem sich Wecklein aus der Sache zu ziehen bemüht. In der schon erwähnten Be- sprechung meiner Abhandlung von 1885 sagt er(Bursian-Müller, Jahresbericht 1886 I 244 f.):„Der Verfasser thut zunächst dar, dals die Worte 8αα οπνπνρο⁹ de nicht mit dem Vorhergehenden verbunden werden dürfen. Das steht fest.“ Dennoch will Wecklein die überlieferte Lesart beibehalten, und zwar aus dem Grunde, weil mit der Anderung von Bo†σ„die Beziehung auf das Thränenbad wegfällt“. An die Stelle des ölbades, das auch bei ihm früher eine Rolle spielte, tritt demnach jetzt das Thränenbad. Zu meinem Bedauern muls ich erklären, dals dieses nicht mehr wert ist als jenes. In ihren Thränen kann Tekmessa wohl sich selber, nicht den Aias baden. Das SnluνySy würde also vom Helden nicht passen; vergl. die oben S. 17 aus der Anthol. graeca mitgeteilte Stelle des Paulus Silentiarius. Auſserdem nimmt Wecklein auf das Eisen gar keine Rücksicht, da er nichts davon sagt, wie es in entsprechender Weise durch die 8†ςρ sich habe beeinflussen lassen. Vermutlich ist es ihm nachher doch zweifelhaft ge- worden, ob dasselbe für sentimentale Einwirkungen zugänglich gewesen sei. Denn in der 1887 erschienenen zweiten Auflage seiner Aias-Ausgabe giebt er der Sache wieder eine andere Wendung, indem er schreibt: „Dem Dichter genügt eine ungenaue Angabe. Rasches Abkühlen in Wasser härtet das Eisen“;(genauer: den Stahl!)„aber das allzuharte und spröde(eαeνο⁸, Iℳοσραε—νμνς) Eisen, welches leicht springt(zu

¹) Ein englischer Philologe Mr. G. E. Marindin hat in jüngster Zeit(1890 und 1891) die Verbindung ταοένοοι S.⁵⁵⁹ν οσ⁶ςσνοοε dis(The classical review IV S. 397 u. V S. 186) zu verteidigen gesucht. Ihm widerspricht Mr. R. Whitelaw in derselben Zeitschrift V S. 66 f. und 230, indem er nachweist, daſs.αμεέ ⁵⁴⁴αασ nicht gleich 2α̈ρνεοος εάꝙννεέ̈ν ι‿ 3.m¶ sei, und dafs Marindins Hlinweis auf die Konstruktion 1εεντeeν„6G% nicht zutreffe. Whitelaw seinerseits zieht &ε⁵σ mu ενονννιινν⅔ und deutet es auf den Vorgang des Anlassens. Meine Aufsätze sind den beiden englischen Kollegen unbekannt geblieben; sie würden ihren Meinungsaustausch sonst vielleicht anders gestaltet haben. Ich gehe auf denselben nicht weiter ein, weil er nichts beibringt, was für die Sache von Belang wäre.