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Hände seitwärts los, das Schwert aber losgelassen wird wieder gerade und kehrt so in seine frühere Gestalt zurück, so dals es keinen Gedanken von einer Krümmung hat; und so oft man dies auch thun mag, die Schwerter bleiben gerade. Man hat nun untersucht, was die Ursache ist, weshalb diese Schwerter so elastisch sind(lrπανκατοναιεν d τωια); man hat aber durch die Untersuchung gefunden: 1) dals das Eisen aufserordentlich rein, ferner im Feuer so bearbeitet ist, daſs weder eine Schlacke noch irgend ein anderer Fehler an ihm bleibt; 2) dals das Eisen auch seiner Natur nach weder zu spröde noch zu weich ist, sondern eine Art Mittelgattung(Stahl!); 3) dals die Schwerter kalt kräftig ge- schlagen sind, denn das gebe die Elastizität(rovrn T³ Aαr ro r eroviar or5 p); sie würden jedoch nicht mit grolsen Hämmern noch mit starken Schlägen geschmiedet; denn ein starker Schlag gerade auf zerstöre das richtige Verhältnis, dringe in die Tiefe und härte zu sehr, so dals die geschlagenen Schwerter, wenn jemand sie zu biegen versuchte, entweder ihm ganz und gar nicht nachgäben, oder mit Gewalt gezwungen zerbrächen, weil sie durch und durch von dem Schlage verdichtet, durch und durch dicht sind. Die Behandlung im Feuer nämlich macht das Eisen und das Erz weich( ⁴μμννοενν τπνυοσαοα τν e Gꝓνπινꝙτοω o“ᴵjxædv bAAAnOo), indem die Atome, wie man zu sagen pflegt, gelockert werden; die Erkältung ¹) aber und das Schmieden macht es hart (α ε dSerr ¹) 20* ⁊„οruoσε e—o); denn beides ist die Ursache, dafs die Atome sich ver- dichten, indem die Teile näher aneinandertreten und die leeren Zwischenräume aufgehoben werden. Wir schlagen nun die Schienen auf beiden Seiten kalt, und so werden ihre Oberflächen hart; die Mitte aber bleibt weich, weil der Schlag, da er leicht ist, nicht ins Innere dringt; wie sie nun aus drei Lagen bestehen, zwei harten und einer weicheren, der mittleren, darum besitzen sie auch Elastizität“.
Wir ersehen aus dieser Darstellung des Philo, worin nach der Ansicht der Alten die Elastizität des Stahles(wie der Bronze) ihren Grund gehabt hat. Von einem éIbade ist keine Rede. Seltsamer Weise berücksichtigt dies Schlenger gar nicht, der das bei Herstellung der keltischen und spanischen Schwerter beobachtete Verfahren nach Philo mitteilt, ohne zu überlegen, welch' üblen Dienst er damit seiner eigenen Sache leistet. Er hat vorher behauptet, die Flastizität sei durch die Behandlung vermittelst des öles oder des siedenden éles erzielt worden. Nimmt er jetzt etwa an, Bacpi bedeute, daſs der Stahl in kaltem Zustande geschlagen werde? Er bestreitet mir das Recht aus dem Zeugnisse des Philo zu schlieſsen, dals es zu jener Zeit noch nicht lange her sein konnte, seit man angefangen auf die Flastizität der Metalle aufmerksam zu werden, und weist darauf hin, dals die Erfahrenen diese Elastizität ebenso gut gekannt haben mulsten als Philo selbst. Nun lälst aber der ganze Ton der Darstellung deutlich erkennen, dals wir es(wenigstens nach der Meinung des Schriftstellers) mit etwas Neuem zu thun haben, von dem zunächst nur die Fachmänner(ol mοιοσσασοοσρσρσραοπ ⁶ ναάαχνι Gνιςοο) wissen mochten. Hätte man die Plastizität der Bronze und des Stahles schon einige Jahrhunderte vorher kennen gelernt, so wäre sie wohl auch weiteren Kreisen kein Geheimnis geblieben, und Philo hätte dem Freunde, dem er seine Schrift widmet(Ariston), unmöglich in dieser Weise darüber Belehrungen geben können. Man wird daher Köchly u. Rüstow beipflichten müssen, welche sagen:„Aus diesem Paragraphen sehen wir, dals erst zu Philos Zeit die Griechen anfingen auch an die Plastizität der Metalle zu glauben“.(Vergl. auch Blümner, Technologie IV, 350.) Daraus ergiebt sich, dals Sophokles bei seinem Bilde an die Flastizität des Stahles überhaupt nicht denken konnte.
Wenn übrigens Schlenger bemerkt„Es zeugt die Stelle des Philo höchstens für die Seltenheit und Unbekanntheit, nicht aber für die Neuheit der Sache“, und wenn er im Folgenden ausführt, daſs die Technik der Fabrikation des elastischen Stahles„jedenfalls nicht allgemein, sondern nur in geringerem
¹) Dafs diese Angabe des Philo bezüglich des Erzes zu berichtigen ist, geht aus dem oben(S. 6) Dar- gelegten hervor.
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